04.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Sicherheitsvorkehrungen werden verschärft
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Terrorrisiko ist nicht gebannt: Die indische Luftfahrtbehörde hat vor möglichen Anschlägen auf Flughäfen gewarnt. Hintergrund könnte der Jahrestag der Zerstörung einer Moschee sein.
Die Trauer um die Toten der Terrorattentate aus Bombay ist noch nicht verklungen, da kommen schon die nächsten Schreckensmeldungen: Nach Terrorwarnungen der Sicherheitskräfte sind die internationalen Flughäfen in den indischen Metropolen Neu Delhi, Madras und Bangalore in Alarmbereitschaft versetzt worden.
Gut eine Woche nach den verheerenden Terroranschlägen von Bombay sagte eine Sprecherin des Ministeriums für zivile Luftfahrt am Donnerstag in Neu Delhi, Passagiere sollten auf diesen Flughäfen wegen verschärfter Sicherheitsvorkehrungen drei Stunden vor dem Abflug eintreffen. Alle Fahrzeuge, die auf das Flughafengelände führen, würden kontrolliert. Zur Art der Warnungen machte die Sprecherin keine Angaben.
Jahrestag der Zerstörung der Babri-MoscheeDer Nachrichtensender NDTV meldete, die indische Luftfahrtbehörde habe die drei Flughäfen gewarnt, Terroristen könnten versuchen, am kommenden Samstag Flugzeuge zu entführen. Die Ministeriumssprecherin bestätigte das nicht.
Am Samstag ist der Jahrestag der Zerstörung der Babri-Moschee in der nordindischen Stadt Ayodhya. Fanatische Hindus hatten die Moschee am 6. Dezember 1992 dem Erdboden gleichgemacht. Bei anschließenden landesweiten Zusammenstößen zwischen Hindus und Muslimen waren mehr als 1000 Menschen getötet worden.
Rice forderte «robuste Antwort» von PakistanDie Nachrichtenagentur PTI meldete, der Chef der indischen Luftwaffe habe bestätigt, dass bei einem Treffen der Befehlshaber der Teilstreitkräfte mit Verteidigungsminister A. K. Anthony die Möglichkeit eines Terrorangriffs aus der Luft diskutiert worden sei. In diesem Jahr ist es in Indien in mehreren Metropolen zu schweren Terroranschlägen gekommen, darunter auch in der Hauptstadt Neu Delhi. Bei dem Terrordrama in Bombay waren in der vergangenen Woche mehr als 170 Menschen getötet und über 300 weitere verletzt worden. Die mutmaßlich islamistischen Angreifer waren über den Seeweg gekommen.
US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte Pakistan zu einer «robusten Antwort» auf den jüngsten Terroranschlag in Bombay auf. Auf dem Flug von Neu-Delhi nach Islamabad sagte die scheidende Ministerin am Donnerstag, sie wolle mit der pakistanischen Regierung darüber sprechen, wie die Verantwortlichen für den Terrorüberfall der Gerechtigkeit zugeführt werden könnten.
In Neu-Delhi sagte Außenminister Pranab Mukherjee, er habe Rice erklärt, dass «es keinen Zweifel darüber gibt, dass die terroristischen Angriffe in Mumbai von Personen ausgeführt wurden, die aus Pakistan kamen und die von Pakistan aus gesteuert wurden». Die pakistanische Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen und kritisiert, dass Indien Geheimdienstinformationen zu dem Terrorüberfall vorenthalte. (dpa/AP)