03.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Obama war voller Lob für seinen neuen Minister Richardson
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wer gegen dich war, den beteilige an der Macht - nach diesem Motto scheint der designierte US-Präsident vorzugehen. Dass dabei ein Mann mit «kreativen Antworten» in die Regierung gelangt, ist ein netter Nebeneffekt.
Der designierte US-Präsident Barack Obama holt mit Bill Richardson den dritten prominenten Demokraten in sein Kabinett, der sich selbst um das höchste politische Amt beworben hatte. Obama schlug den Gouverneur von New Mexico am Mittwoch als neuen Handelsminister vor.
Der 61-jährige Richardson ist einer der prominentesten US-Politiker lateinamerikanischer Abstammung. Richardson trifft in Obamas Kabinett auf Hillary Clinton, mit der er um das Außenministerium konkurriert hatte, und Vizepräsident Joe Biden.
Richardson besitze internationale Statur, tiefgreifende wirtschaftliche Kenntnisse, sei geschickt im Verhandeln und der Suche nach «kreativen Antworten» verpflichtet, sagte Obama auf einer Pressekonferenz in Chicago (Illinois).
Zunächst Favorit Seine Entscheidung, nach seiner gescheiterten Präsidentschaftsbewerbung Obama zu unterstützen, war damals ein schwerer Rückschlag für Clinton. Als früherer Energieminister und UN-Botschafter in der Regierung Bill Clintons galt Richardson zunächst als Favorit für das Außenministerium. Dort erhielt aber schließlich Obamas im Vorwahlkampf härteste Rivalin Hillary Clinton den Vorzug.
Mit der Besetzung des Handelsministeriums hat Obama mehr als die Hälfte seines Kabinettes nominiert. Ein Schlüsselministerium, das Verteidigungsressort, verbleibt beim republikanischen Amtsinhaber Robert Gates. Für das Finanzministerium nominierte Obama den New Yorker Bundesbankchef Timothy Geithner. Für das Gesundheitsministerium - die Reform der Krankenversicherung ist eines der ambitioniertesten Projekte -, ist der ehemalige demokratische Mehrheitsführer im Senat, Tom Daschle, im Gespräch.
Richardson verfügt über eine reiche politische Erfahrung. Nach 14 Jahren als Kongressabgeordneter war er unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton UN-Botschafter, bevor er an die Spitze des Energieministeriums wechselte. Wiederholt spielte er in der Vergangenheit bei der Befreiung von US-Geiseln im Ausland eine Schlüsselrolle und verhandelte auch mit Diktatoren wie dem Nordkoreaner Kim Jong Il. Seit 2002 ist Richardson Gouverneur von New Mexico.(AP/dpa)