Nach Terror in Bombay: 

netzeitung.dePakistan will Tatverdächtige nicht übergeben

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Entspannungsbotschafterin und US-Botschafter: Rice und Mulford (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Entspannungsbotschafterin und US-Botschafter: Rice und Mulford
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Anschluss an ihren Indien-Besuch wird sie nach Pakistan reisen: Die amerikanische Außenministerin Rice soll die Spannungen zwischen den beiden Ländern entschärfen. Doch Pakistan blockt.

Schadensbegrenzung in einem aufgeheizten Konflikt: Eine Woche nach den verheerenden Bombenanschlägen in Bombay hat US-Außenministerin Condoleezza Rice die kritische Lage mit der indischen Regierung erörtert.

Nach ihrer Ankunft in Neu-Delhi erklärte sie am Mittwoch vor Journalisten, die Bluttaten seien auf eine Art und Weise ausgeführt worden, die an Al Kaida erinnere. Selbst wenn das Terrornetzwerk nicht unmittelbar verwickelt sei, so trügen die Anschläge dennoch dessen Markenzeichen.

Noch sei es für eindeutige Schlüsse aber zu früh. Auf dem Programm von Rice standen Gespräche mit Ministerpräsident Manmohan Singh und anderen indischen Regierungsvertretern. Washington ist bestrebt, die Spannungen auf dem Subkontinent zu entschärfen und hat seine Hilfe bei den Ermittlungen angeboten. Rice wird im Anschluss an ihren Indien-Besuch auch Pakistan besuchen. Entsprechende Medienberichte bestätigte am Mittwoch ein Regierungsbeamter in Islamabad.

Pakistan will Verdächtige nicht ausweisen
Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari lehnte es am Mittwoch allerdings ab, Verdächtige im Zusammenhang mit den Bombayer Anschlägen auszuliefern. Sollten sich die von Indien bereits benannten 20 Personen eines Verbrechens schuldig gemacht haben, würden sie in Pakistan vor Gericht gestellt, erklärte Zardari.

Der Präsident äußerte in einem Interview des US-Fernsehsenders CNN ferner Zweifel an der indischen Aussage, dass der wegen der Anschläge in Bombay inhaftierte Verdächtige pakistanischer Staatsbürger sei. Die Täter bezeichnete er als «staatenlose Akteure», die die Region destabilisieren und ganze Welt als Geisel nehmen wollten. Eine Verantwortung Pakistans für die Anschläge wies er entschieden zurück.

Korrigierte Opferzahlen
Indien und die USA gehen indessen weiter davon aus, dass Extremisten aus Pakistan hinter den Terrorangriffen stecken. Rice hat die Regierung in Islamabad dazu aufgerufen, mit den indischen Ermittlern zusammenzuarbeiten. Zardari schloss dies im CNN-Interview nicht aus.

US-Präsident George W. Bush hat Rice nach Indien geschickt, um der dortigen Regierung das Mitgefühl der Vereinigten Staaten auszusprechen. Bei den koordinierten Anschlägen kamen nach jüngsten Angaben 171 Menschen ums Leben, darunter 26 Ausländer.

Weitere 294 Menschen wurden verletzt, wie ein Sprecher des indischen Unionsstaates Maharashtra am Mittwoch mitteilte. Es sei ausgeschlossen, dass noch weitere Leichen gefunden würden. Die Zahl der Toten wurde von 172 auf 171 korrigiert, weil ein Opfer versehentlich doppelt gezählt worden war. (AP)