Druck auf Pakistan wächst:
Politische Scharmützel nach Bombay-Terror
01.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hatte Indien vor einer «Überreaktion» gewarnt. Der Nachrichtensender NDTV meldete, indische Grenztruppen hätten ihre Patrouillen an der Grenze zu Pakistan verstärkt. Sollten die Spannungen zwischen den beiden Atommächten eskalieren, könnten die rund 100.000 pakistanischen Soldaten von der afghanischen an die indische Grenze verlegt werden, berichteten pakistanische Medien unter Berufung auf die Armee.
Er habe zu einer Gruppe von 24 jungen Männern gehört. «Zehn von uns wurden am Ende für die Operation in Bombay ausgewählt», sagte Kasav, der bei den Kämpfen verletzt wurde. Seine Gruppe habe Bombay auf dem Seeweg vom pakistanischen Karachi aus erreicht. Die pakistanische Polizei dementierte, dass aus dem angeblichen Heimatdorf des Terroristen jemand mit dessen Namen fehle.
Der bisherige Finanzminister Chidambaram löste Shivraj Patil als Innenminister ab, der am Sonntag nach Kritik wegen der Angriffserie von Bombay zurückgetreten war. Am Montag legte auch der Innenminister und Vize-Ministerpräsident des Bundesstaats Maharashtra, R. R. Patil, seine Ämter nieder. Bombay ist die Hauptstadt Maharashtras. Der Ministerpräsident des Bundesstaats, Vilasrao Deshmukh, bot ebenfalls seinen Rücktritt an.
Deshmukh gehört zur Kongresspartei, die auch die Zentralregierung in Neu Delhi anführt. Im Frühjahr stehen in Indien Parlamentswahlen an. Die Opposition wirft der Kongresspartei vor, bei der inneren Sicherheit versagt zu haben. Die Zentralregierung und die Regierung des Bundesstaates Maharashtra sind in die Kritik geraten, weil sie die Terrorserie in Bombay trotz Hinweisen auf bevorstehende Angriffe nicht verhindert hatten. Neu Delhi kündigte an, die Anti-Terror- Eliteeinheit NSG deutlich zu verstärken.
Die israelische Luftwaffe soll sechs Todesopfer des blutigen Anschlags auf das Gemeindezentrum nach Israel bringen. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte am Montag, sechs Leichen seien identifiziert worden. Zunächst war von neun Toten im jüdischen Gemeindezentrum die Rede gewesen. Ministeriumssprecher Jigal Palmor sagte, es gebe noch zwei Leichen in Krankenhäusern, die von den indischen Behörden für Israelis gehalten würden. Man müsse dies prüfen, halte es jedoch für sehr unwahrscheinlich, da alle vermissten Israelis bereits Kontakt mit ihren Familien aufgenommen hätten. Ein forensisches Expertenteam sei in Indien angekommen und helfe dort bei der Leichen-Identifizierung. (dpa)

