Attentate in Bombay: 

netzeitung.deGezielte Angriffe auf Israelis und Juden

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Das Rabbiner-Ehepaar des Chabad-Zentrums wurde ermordet (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Rabbiner-Ehepaar des Chabad-Zentrums wurde ermordet
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Attentäter wollten mit ihren Angriffen Rache für in Palästina verübte «Gräueltaten» üben. Das berichten indische Medien unter Berufung auf ein Verhör mit dem einzig überlebenden Attentäter.

Nach dem tödlichen Anschlag islamistischer Attentäter auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Bombay mit neun Toten herrschte am Wochenende in Israel weiterhin tiefe Erschütterung. Israelische Zeitungen titelten am Sonntag mit blutigen Bildern aus dem Chabad-Zentrum und Beschreibungen vom schlimmen Zustand der zum Teil gefesselten Leichen.

Besondere Anteilnahme erregte weiterhin das Schicksal des zweijährigen Mosche, Sohn des ermordeten Rabbiner- Ehepaars Rivka (26) und Gavriel Holtzberg (29). Das Kleinkind war am Donnerstag von seiner indischen Kinderfrau Sandra aus dem besetzten Haus gerettet worden. Es gibt nun nach israelischen Medienberichten Bemühungen, beide gemeinsam zu Mosches Familie nach Israel zu holen.

Verwirrung herrschte am Sonntag weiterhin über die Identität von mindestens drei Leichen in Bombay, bei denen es sich um Israelis handeln könnte. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte, ein forensisches Expertenteam aus Israel sei unterwegs nach Indien, um bei der Identifizierung zu helfen. Es würden weiterhin mindestens drei Israelis vermisst, die seit den Anschlägen am Mittwoch keinen Kontakt mit ihren Familien aufgenommen hätten.

Israelis und Juden im Visier der Attentäter
Bislang seien nur die Namen von sechs Toten bekannt, sagte Sprecher Jigal Palmor. Getötet wurden neben dem Ehepaar Holtzmann der Rabbiner Arie Leib Teitelboim, die Israelin Jochewed Orpas sowie der US-Staatsbürger Ben-Zion Kruman und eine Jüdin mexikanischer Herkunft.

Islamistische Attentäter hatten am Mittwochabend insgesamt zehn Ziele in Bombay angegriffen, darunter das jüdische Gemeindezentrum. Die Zeitung «Times of India» berichtete am Sonntag, die Attentäter hätten gezielt auch Juden und Israelis ins Visier genommen. Der einzige Attentäter von Bombay, der den Sicherheitskräften lebend ins Netz ging, soll dies beim Verhör gesagt haben. Damit habe man die israelischen «Gräueltaten» gegen die Palästinenser rächen wollen.

Gebäude ausspioniert
Der gefasste Pakistaner Azam Amir Kasav (21) habe weiter gesagt, deshalb sei das Nariman-Gebäude in der westindischen Finanzmetropole, in dem sich ein jüdisches Gemeindezentrum mit Gästehaus befindet, als eines der Ziele ausgesucht worden. Dort kommen zahlreiche israelische wie jüdische Reisende aus anderen Ländern unter. Kasavs Komplizen, die während des dreitägigen Terrordramas in Bombay erschossen worden waren, sollen vor einiger Zeit in dem jüdischen Gästehaus gewohnt haben. Sie hätten sich als Studenten aus Malaysia ausgegeben, um das Gebäude auszuspionieren.

Die israelische Außenministerin Zipi Livni sagte am Sonntag, Israel befinde sich «an der Frontlinie des Terrors und der Terrorbekämpfung». Gemeinsam mit der westlichen Welt müsse man weiter gegen «den Terror und die Terroristen an sich vorgehen». (dpa)