Terror in Indien: 

netzeitung.deUnter den Opfern sind auch vier Deutsche

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Ein Soldat am Hotel Taj Mahal (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Soldat am Hotel Taj Mahal
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei den Anschlägen in Bombay sind mehr Deutsche gestorben als bislang bekannt war. Noch haben die Sicherheitskräfte die Terroristen nicht dingfest gemacht. Im Traditions-Hotel Taj Mahal fielen unterdessen wieder Schüsse.

Die Terrorwelle in Bombay hat nach Angaben der indischen Behörden vier Deutschen das Leben gekostet. Weitere drei Deutsche wurden verletzt, wie die Sicherheitsbehörden am Freitag erklärten. Am Donnerstag war der Tod eines Münchner Medienunternehmers bestätigt worden.

Insgesamt sei bisher der Tod von elf Ausländern bestätigt, sagte der Sprecher M.L. Kumawat am Freitag. Je ein Opfer stammte aus Japan, Kanada und Australien. Die Nationalitäten von zwei Getöteten waren nicht bekannt. 22 Ausländer wurden demzufolge verletzt.

Neben den drei Deutschen handelte es sich um fünf Briten, zwei Amerikaner, zwei Personen aus dem Oman und je eine Person aus Norwegen, Spanien, Kanada, Finnland, den Philippinen, Australien, Italien und China. Die Nationalität von zwei weiteren Verletzten war nicht klar. Die Angriffe mutmaßlicher islamischer Extremisten begannen am Mittwoch und kosteten mindestens 143 Menschen das Leben.

Geiseln in Sicherheit gebracht
Bei den Kämpfen im Oberoi-Hotel wurden die beiden letzten verbliebenen Bewaffneten dort getötet, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Polizisten brachten mehrere Gruppe befreiter Geiseln in Sicherheit. Sie wurden in Autos, Bussen und Krankenwagen weggefahren. Unter den Geretteten waren rund 20 vor allem westliche Mitarbeiter von Fluggesellschaften, darunter auch der Lufthansa, sowie zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amtes. Sie seien unverletzt in das deutsche Generalkonsulat gebracht worden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Sie seien auf Dienstreise in Bombay gewesen.

Der Polizeichef von Bombay, Hasan Ghafoor, sagte, im Hotel Taj Mahal lieferten sich Sicherheitskräfte weiterhin Feuergefechte mit verbliebenen Attentätern. Nach Angaben der Streitkräfte wurden drei Bewaffnete getötet, zwei oder drei befanden sich noch im Hotel. Sie hatten demnach rund 15 Zivilpersonen in ihrer Gewalt. Am Donnerstagabend waren rund 400 Menschen aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht worden. Zwei oder drei weitere Angreifer wurden noch in einem jüdischen Zentrum vermutet, das von einer schweren Explosion erschüttert wurde. Generalleutnant N. Thamburaj hatte zuvor erklärt, der Antiterroreinsatz stehe kurz vor dem Abschluss. Die Suche nach den restlichen Kämpfern sollte in einigen Stunden abgeschlossen sein.

Frankreich holt Europäer ab

Frankreich schickte am Freitag ein Flugzeug nach Bombay, um Europäer nach den Terroranschlägen in ihre Heimat zurückzubringen. Außenminister Bernard Kouchner erklärte, an Bord seien neben drei Ärzten auch Konsularmitarbeiter. Diese sollten Menschen helfen, die in dem Chaos der Terrorwelle ihre Ausweise verloren haben. Deutschland und Spanien hätten Paris gebeten, auch ihre Staatsangehörigen nach Hause zu bringen, sagte Kouchner. Die Maschine traf am Morgen in Bombay ein und sollte bereits am Abend die Rückreise antreten. (AP, nz)