Treffen der Exil-Tibeter: 

netzeitung.deDalai Lama warnt vor «großer Gefahr»

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Er bittet die Exil-Tibeter um eine vernünftige Haltung (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Er bittet die Exil-Tibeter um eine vernünftige Haltung
Foto: AP
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Sein Vertrauen in die chinesische Regierung schwinde, sagt das geistige Oberhaupt der Tibeter. Deshalb sei es wichtig, richtige Entscheidungen zu treffen, was das Verhältnis zu China anbelangt.

Der Dalai Lama hat Spekulationen über seinen möglichen Rückzug aus dem politischen Leben zurückgewiesen. «Es ist meine moralische Verpflichtung, mich bis zu meinem Tod für die tibetische Sache einzusetzen», erklärte das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Sonntag im nordindischen Dharamsala. Gleichzeitig zeigte er sich jedoch besorgt, dass der Kampf des tibetischen Volkes für mehr Selbstbestimmung scheitern könnte. «Mein Vertrauen in die chinesische Regierung schwindet», sagte der Dalai Lama. Daher müssten die Tibeter in Zukunft die «richtigen Entscheidungen» treffen.

Die Führung der Exiltibeter wird weiterhin der Linie des Dalai Lamas folgen, in Verhandlungen mit China mehr Autonomie, aber nicht die völlige Unabhängigkeit für Tibet zu erlangen. Das geistliche Oberhaupt ermahnte die rund 500 Teilnehmer in der indischen Stadt Dharamsala, diesen «mittleren Weg» mit Umsicht zu gehen. «Wenn wir in den nächsten 20 Jahren nicht vorsichtig, unsere Pläne nicht weise sind, gibt es eine große Gefahr», mahnte der Friedensnobelpreisträger. «Es könnte in Gefahr oder Scheitern führen.»

Entschlossenere Haltung gegenüber Peking
In Dharamsala, dem Zentrum der tibetischen Diaspora, war am Samstag ein sechstägiges Treffen von Exil-Tibetern zu Ende gegangen. Dabei hatten die mehr als 600 Teilnehmer über den weiteren Umgang mit der chinesischen Regierung beraten und sich darauf verständigt, eine entschlossenere Haltung gegenüber Peking einzunehmen. Nach Angaben der tibetischen Exilregierung solle aber zunächst am «Weg der Mitte» mit dem Ziel einer größeren Autonomie Tibets festgehalten werden.

Der Dalai Lama hatte das Treffen angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit China einberufen, selbst aber nicht daran teilgenommen. Auch innerhalb der tibetischen Exilregierung nimmt der 73-Jährige offiziell keine politische Funktion ein. Als spiritueller Führer sehen seine Landsleute in ihm jedoch traditionell auch das Oberhaupt des tibetischen Volkes. (dpa/AP)