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Royal erkennt Niederlage nicht an: 

Florida-Verhältnisse bei Frankreichs Sozialisten

22. Nov 2008 09:43
Aubry ist die erste Frau an der Spitze der französischen Sozialisten
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Ein stundenlanges Chaos war der Bekanntgabe des extrem knappen Ergebnisses der Urabstimmung vorausgegangen. «Man hat mir den Sieg gestohlen», sagte die unterlegene Kandidatin für den Vorsitz der Sozialistischen Partei.

Die frühere Arbeitsministerin Martine Aubry wird die erste Frau an der Spitze der französischen Sozialisten: Mit gerade mal 42 Stimmen Vorsprung gewann sie die Urabstimmung der Sozialistischen Partei (PS) in der Nacht zum Samstag, wie die Parteiführung am frühen Morgen bekannt gab.

Auf die Bürgermeisterin von Lille, die ihre Partei links verankern will, entfielen demnach 50,02 Prozent der Stimmen. Expräsidentschaftskandidatin Ségolène Royal, die für eine Öffnung zur Mitte und einen harten Generationenwechsel geworben hatte, unterlag mit 49,98 Prozent.

Der Bekanntgabe der Entscheidung war ein stundenlanges Chaos vorausgegangen. Bis zum frühen Samstagmorgen hatte die Partei keinen offiziellen Sieger verkünden können. Das denkbar knappe Ergebnis heizte den Streit zwischen den Gegnerinnen nach einmal dramatisch an. Royal stellte die Auszählung in der Nacht in Frage und forderte vergeblich eine Wiederholung der Urabstimmung am kommenden Donnerstag.

Es gebe Zweifel am ordnungsgemäßen Ablauf der Stichwahl, die vermutlich nicht auszuräumen seien, sagte ein Sprecher der 55-Jährigen am Samstagmorgen. Das Lager von Royal hatte deswegen zunächst vergeblich vorgeschlagen, die rund 230.000 Parteimitglieder am kommenden Donnerstag erneut abstimmen zu lassen.

Parteikongress soll Ergenis bestätigen

«Man hat mir den Sieg gestohlen», erklärte die Präsidentin der Atlantik-Region Poitou-Charentes. Aubry und der scheidende PS-Chef und frühere Lebensgefährte Royals, Francois Hollande, lehnten die Forderung aber ab.

In einigen Tagen werde ein Parteikongress einberufen, um das Ergebnis zu bestätigen, erklärte er. Es ist auch bereits für die kommende Präsidentschaftswahl bedeutend, denn der Parteichef hat gute Aussichten auf die Kandidatur der Sozialisten. Nach dem hauchdünnen Wahlausgang droht die Partei indes mehr denn je in zwei Lager auseinanderzufallen.

Am vergangenen Wochenende waren die Sozialisten auf ihrem Parteitag in Reims dabei gescheitert, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Während der gesamte Parteiapparat zur Wahl Aubrys aufgerufen hatte, war mit einem klareren Sieg Aubrys gerechnet worden. Dass Royal nur mit 42 Stimmen scheiterte belegte abermals ihre Beliebtheit bei der Basis. (AP/dpa)

 
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