21. Nov 2008 12:30
Die heimlichen Filmaufnahmen zeigten kahlgeschorene, verlumpte und an Stühle gefesselte türkische Kinder. Das hat jetzt ein juristisches Nachspiel für die mutige Ex-Prinzessin.
Die Staatsanwaltschaft in Ankara müsse nun Vorwürfe der Behörde für Soziales und Kinderschutz gegen «Fergie» prüfen, berichteten türkische Medien am Donnerstag. Mit Perücke und Kopftuch verkleidet und in Begleitung ihrer 18-jährigen Tochter Prinzessin Eugenie sowie eines britischen TV- Journalisten hatte «Fergie» heimlich Videoaufnahmen von kahlgeschorenen, verlumpten und an Stühle gefesselten Kindern gemacht.Die Regierung in Ankara hatte verärgert auf dem Film reagiert. Die für Soziales zuständige türkische Staatsministerin Nimet Cubukcu warf der Herzogin von York vor, sie hege böse Absichten und wolle die Bewerbung der Türkei um eine Mitgliedschaft in der EU beschädigen. Später legte sie nach und erklärte, vielleicht habe Ferguson die Kinder sogar selber an die Stühle gebunden.
Fast zeitgleich meldete sich aber eine frühere Mitarbeiterin eines türkischen Waisenhauses in der Öffentlichkeit zu Wort und erklärte, die dokumentierten Zustände seien nur die Spitze eines Eisberges. Ihr seien Fälle bekannt, in denen Misshandlungen von Schutzbefohlenen nicht bestraft worden seien. (dpa)