Internet-Enthüllung: 

netzeitung.deMitglieder der rechtsextremen BNP geoutet

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Anführer der BNP mit seinen Anhängern: Nick Griffin (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Anführer der BNP mit seinen Anhängern: Nick Griffin
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Polizisten, Lehrer und Angehörige der Streitkräfte stehen auf der Mitgliederliste der britischen Rechts-Partei - mitsamt ihren Hobbys und Telefonnummern. Die BNP will wegen der Veröffentlichung die Polizei einschalten.

Die Veröffentlichung ist ein Skandal, der Inhalt der Veröffentlichung allerdings erst recht: Die vollständige Liste von tausenden Mitgliedern und Anhängern der britischen rechtsradikalen Partei BNP ist im Internet veröffentlicht worden – darunter auch Polizisten.
Dabei seien die Namen von mehr als 12.000 Anhängern an die Öffentlichkeit geraten, bestätigte die BNP in der Nacht zum Mittwoch. Die Liste enthält Details über Berufe, Hobbys, Adressen und Telefonnummern. Demnach sind auch Polizisten, Lehrer und Mitglieder der Streitkräfte unter ihnen. Pikant daran: Aktive Polizeibeamte dürfen eigentlich nicht Mitglied der BNP sein. Die Liste, die den Mitgliederstand vom vergangenen Jahr abbildet, wurde mittlerweile nach Angaben der rechtsextremen Partei wieder aus dem Netz genommen.

Wird mit Leugnung des Holocaust in Verbindung gebracht
Die BNP wolle die Polizei einschalten, sagte Parteichef Nick Griffin. Die Veröffentlichung der Liste mit den 12.000 Namen verstoße gegen den das Menschenrechtsgesetz (Human Rights Act), sagte Griffin. Seine Partei lehne das Gesetz, das die Europäische Menschenrechtskonvention in Großbritannien umsetzt, zwar ab, zum Schutz ihrer Mitglieder werde die BNP das Gesetz aber nutzen. Die Veröffentlichung verstoße auch gegen die Datenschutzbestimmungen.

Auf der Liste sind nach Medienangaben auch einige Nicht-Mitglieder und Kinder von Mitgliedern aufgeführt. Die BNP vertritt rechtsextreme Ansichten, sie wurde auch mit der Leugnung des Holocausts in Verbindung gebracht. Die Partei ist zwar nicht im Unterhaus vertreten, dafür aber in einigen Gemeinden. Bei der Parlamentswahl im Jahr 2005 erreichte sie 0,7 Prozent der Stimmen. (dpa)