Merkel und Berlusconi in Triest:
Die Chemie stimmt
18.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Italien und Deutschland sind Industrieländer, das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen», sagte Merkel. Sie bekräftigte die Ziele für die erneuerbaren Energien bis 2020 und betonte, eine Annäherung zwischen Berlin und Rom sei «auch ein Beitrag zur europäischen Einigkeit.» Europas Klimaschutzprogramm dürfe sich jedenfalls nicht negativ auf die Unternehmen auswirken, bekräftigte Berlusconi. Deutschland und Italien gingen auch die Finanzkrise gemeinsam an und arbeiteten daran, «dass die Banken weiterhin die Wirtschaft stützen müssen.»
Zur Diskussion um Opel erklärte sie, das Unternehmen sei in einer «speziellen Lage» als 100-prozentige Tochter von General Motors. Es gehe bei einer Hilfe für die Autobauer auch nicht um eine Kapitalerhöhung, sondern nur um eine Überbrückung, erläuterte sie.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gedachte mit einer Kranzniederlegung und einer Ansprache in Triest der Opfer der Nazis auf italienischem Boden. Zusammen mit seinem italienischen Kollegen Franco Frattini sprach er in dem früheren KZ Risiera di San Sabba bei Triest mit Angehörigen der Opfer. «Nichts verkörpert die deutsche Schande mehr als das System der Konzentrations- und Vernichtungslager», sagte Steinmeier und unterstrich die historisch- moralische Verantwortung Deutschlands.
Historiker beider Länder sollen jetzt dazu beitragen, mit einer Aufarbeitung eine «gemeinsame Erinnerungskultur» zu schaffen. Berlin will gegen Italien vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag klagen, um die «Staatsimmunität» gegen Ansprüche aus Italien zu schützen. Italiens Regierung respektiert die deutsche Entscheidung, den Gerichtshof für eine Klärung anzurufen, wurde beim Gipfeltreffen festgehalten. (dpa)

