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Machtkampf bei den französischen Sozialisten: 

Aufstand der «Elefanten» gegen Royal

18. Nov 2008 16:14
Ségolène Royal hat viele Gegner in der PS
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Ihre Wahl zur Parteichefin droht zu scheitern, da wichtige Führungsmänner sich hinter der Rivalin Aubry versammeln. Sollte Royal verlieren, könnte sie eine eigene Partei gründen und die Sozialisten ins Chaos stürzen.

Bei den französischen Sozialisten ist zwei Tage vor der Wahl eines neuen Parteichefs ein offener Aufstand gegen die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal ausgebrochen. Der Slogan lautet «Alles außer Ségolène». Nachdem sich die verschiedenen Lager der Sozialisten auf ihrem Kongress am Wochenende in Reims nicht auf einen Nachfolger für Parteichef Francois Hollande einigen konnten, droht die Parti Socialiste (PS) nun völlig zu zersplittern.

Royal steht dabei unter Dauerbeschuss zahlreicher Führungskader ihrer Partei, die «Elefanten» genannt werden. «Wir haben offenbar den Sinn für den Ehrenkodex verloren», konstatierte die Präsidentin der Region Poitou-Charentes verbittert. Die Parteibasis ist am Donnerstag zur Wahl des neuen Parteichefs aufgerufen, der traditionell auch Anrecht auf die nächste Präsidentschaftskandidatur hat. Neben Royal bewerben sich die frühere Arbeitsministerin Martine Aubry und der Europaabgeordnete Benoît Hamon.

Nachdem Royal zunächst als Favoritin der Basis galt, verliert sie angesichts der heftigen Attacken zunehmend an Zustimmung. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë, in Umfragen noch am besten platziert, hatte «auf dem traurigen Parteitag von Reims» entnervt das Handtuch geworfen und seine Anhänger nun zur Wahl von Aubry aufgerufen. «Ohne Rachegelüste ist es meine Pflicht, mich für das richtige Konzept einzusetzen», sagte er am Dienstag.

Ex-Kulturminister Jack Lang warf Royal vor, aus den Sozialisten eine «Partei im US-Stil» machen zu wollen, in der sich alles nur um ihre Person drehe. Die Partei müsse sich an einem Ideal orientieren, nicht an einer Figur, deswegen rufe er zur Wahl von Aubry auf. Die Bürgermeisterin von Lille hat mit Stimmen aus dem Delanoë-Lager nun gute Chancen, sich gegen Royal durchzusetzen, obwohl sie bei der Basis kaum Begeisterung auslöst und ihr als Kandidatin für die Präsidentschaftswahl 2012 kaum Chancen zugerechnet würden.

Royal, die vor anderthalb Jahren mit einem beachtlichen Ergebnis gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy verloren hatte, kämpft weiter verbissen. «Natürlich gibt es eine Anti-Ségolène-Front», sagte sie in einem Radiointerview. «Und natürlich sinken meine Chancen arithmetisch.» Aber es wäre nicht das erste Mal, dass die etablierten Kader die Entscheidung der Basis nicht respektieren würden, fügte sie hinzu. «Das Ende der Brüderlichkeit», fasst die Zeitung «Le Monde» den Zustand der PS zusammen.

Sollte sich die Parteibasis für Royal entscheiden, käme es zu einer Art Kohabitation, in der die Parteichefin die wichtigsten Instanzen gegen sich hätte. Bei einem Sieg von Aubry würden die Sozialisten ihre charismatischste Führungspersönlichkeit verlieren. Experten schließen nicht aus, dass Royal in dem Fall eine neue Partei gründet. (nz/AP)

 
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