17.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wurde nahe der spanischen Grenze festgenommen: Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Er soll der Drahtzieher eines tödlichen Anschlags der baskischen Untergrundorganisation sein: In einem Skiort in den Pyrenäen wurde der bewaffnete Mann festgenommen - mit einer bisher unbekannten Frau.
Er stand ganz oben auf der Fahndungsliste der meistgesuchten mutmaßlichen Terroristen: Beamte der französischen und spanischen Sicherheitskräfte haben im Süden Frankreichs den mutmaßlichen Militärchef der baskischen Terrororganisation Eta festgenommen. Ihm wird vorgeworfen Drahtzieher eines tödlichen Anschlags auf zwei Mitglieder der spanischen Guardia Civil im Südwesten Frankreichs im Dezember vergangenen Jahres gewesen zu sein.
Wie die spanische Polizei am Montag mitteilte, wurde Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina, bekannt unter dem Namen «Txeroki», gegen 3.30 Uhr in dem Skiort Cauterets in der Nähe von Lourdes in den Pyrenäen gefasst. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy würdigte die Festnahme des Verdächtigen als Zeichen der Kooperation zwischen der französischen und der spanischen Polizei.
Zusammen mit dem mutmaßlichen Eta-Führer wurde eine Frau festgenommen, deren Identität zunächst nicht bekannt war. Beide seien bewaffnet gewesen, hieß es. Die Beamten seien in eine Wohnung in Cauterets eingedrungen, in sich Txeroki und dessen Komplizin befanden. Der 35-Jährige gilt in Spanien als der meistgesuchte Terrorist. Er steht in den Fahndungslisten der Polizei an oberster Stelle.
Möglicherweise Kommandochef der EtaTxeroki soll seit fünf Jahren der Chef der Kommandos der Eta und damit der direkte Verantwortliche für die Organisation und die Befehlsgebung an die Terrorzellen gewesen sein. Nach Angaben des spanischen Innenministers Alfredo Pérez Rubalcaba steht der 35-Jährige auch im Verdacht, an der Ermordung von zwei spanischen Polizisten in der französischen Stadt Capbreton am 1. Dezember 2007 beteiligt gewesen ist.
Txeroki gilt als Verfechter einer harten Linie in der Separatistenorganisation. Er gab nach Erkenntnissen der Ermittler auch den Befehl zu dem Autobombenanschlag im Dezember 2006 auf den Madrider Flughafen. Damals wurden zwei Menschen getötet. Mit dem Anschlag durchbrach die Eta damals ihre «Waffenruhe» und machte in Spanien die Hoffnungen auf eine Friedenslösung für das Baskenland und auf ein Ende des Terrors zunichte.
Vor seinem Aufstieg zum Militärchef der Eta soll Txeroki der Terrorzelle der Eta in der Gegend von Bilbao angehört und an mehreren Anschlägen der Organisation beteiligt gewesen sein. Die Eta kämpft mit den Mitteln des Terrors für einen unabhängigen baskischen Staat. Bei Anschlägen der Organisation wurden seit 1968 mehr als 800 Menschen getötet. (dpa/AP)