17.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Schuldenabbau hat für Obama nicht oberste Priorität
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach Einschätzung des künftigen US-Präsidenten kann eine schwere Rezession nur mit umfangreichen staatlichen Maßnahmen verhindert werden. Er versprach dabei auch Hilfen für die notleidende Automobilindustrie.
«Es ist einhellige Meinung, dass wir alles tun müssen, was möglich ist, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, dass wir jetzt Geld ausgeben müssen, um die Wirtschaft zu stimulieren», sagte Obama am Sonntagabend in seinem ersten großen Fernsehinterview nach seinem Wahlsieg. Angesichts dessen sollte man sich nicht wegen des Haushaltsdefizits im nächsten Jahr oder im Jahr 2010 sorgen, sagte der 47-Jährige in dem Gespräch mit dem Fernsehsender CBS.
Er kündigte auch ein «klares Programm» für bedrängte Hausbesitzer an, um die Welle von Zwangsvollstreckungen einzudämmen. Erneut setzte sich Obama auch für Hilfen für die notleidende Autoindustrie ein.
«Ein völliger Zusammenbruch der Autoindustrie wäre in dieser Art von Umfeld ein Desaster», sagte Obama. «Deshalb glaube ich, dass wir Unterstützung leisten müssen.» Es könne sich dabei aber nicht um einen Blankoscheck handeln.
Obama will Sicherheitsteam zusammenstellenObama lobte in dem Interview die Arbeit von Finanzminister Henry Paulson, der «unermüdlich» unter schwierigen Bedingungen im Einsatz sei. Aber Paulson wäre wohl der Erste, der einräumen würde, dass wahrscheinlich nicht alle bisher beschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte «so gewirkt haben, wie er es sich erhofft hat», sagte Obama.
Als weitere Priorität der nächsten Wochen nannte der designierte Präsident die Auswahl seines nationalen Sicherheitsteams. Hier sei ein nahtloser Übergang von der alten zur neuen Regierung unabdingbar.
Mit seinem künftigen Sicherheitsteam sowie mit den Streitkräften wolle er gemeinsam Strategien entwickeln, um die US-Truppen im Irak zu reduzieren, die Lage in Afghanistan in den Griff zu bekommen und das Terrornetzwerk Al Qaeda «ein für alle Mal auszulöschen». (dpa/AP)