10.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Tibetische Mönche hatten vor Olympia Unruhen ausgelöst
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Proteste vor den Olympischen Spielen haben nichts genutzt: China und Tibet haben die Gespräche über eine Autonomie Tibets für gescheitert erklärt. Zudem verstärkt China seine Angriffe auf den Dalai Lama.
In dem Verhältnis zwischen Tibet und China verschärft sich der Ton wieder. Verhandlungen mit Gesandten des Dalai Lamas über eine größere Autonomie Tibets sind gescheitert. Das erklärte nun auch die chinesische Führung, nachdem sich die tibetischen Abgesandten bereits in der letzten Woche ähnlich geäußert hatten.
In einer Erklärung am Montag machte der Delegierte Pekings, Zhu Weiqun, allein die Tibeter für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Er warf dem Dalai Lama vor, er habe eine Abspaltung Tibets erreichen wollen. Derlei Bestrebungen erteile er eine klare Absage: Die Tür zu einer Unabhängigkeit Tibets egal in welcher Form «war nie offen und wird niemals offen sein». Die Verhandlungen könnten nur dann zu einem Erfolg führen, wenn der Dalai Lama seine Versuche, China zu spalten, aufgebe.
Zhu Weiqu beschuldigte den Dalai Lama zudem, Versprechen nicht eingehalten zu haben, die seine Abgesandten bei Gesprächen im Juli gemacht hätten. Die Delegation hatte versprochen, nicht die tibetische Unabhängigkeitsbewegung und die gewaltsamen Proteste gegen die chinesische Herrschaft in Tibet zu unterstützen. Sie hätten ihre Sabotageaktivitäten jedoch verstärkt und die Zentralregierung in Peking weiter angegriffen, kritisierte Zhu.
Die Tibeter hatten die Bemühungen um eine Autonomie von China bereits vor einer Woche für gescheitert erklärt. Bei einer Pressekonferenz in Tokio am letzten Montag hatte der Dalai Lama sich ungewöhnlich offen und pessimistisch über die Lage geäußert.
«Die Dinge innerhalb Tibets verbessern sich nicht»Die Gespräche seien gescheitert und die Situation verschlechtere sich, so das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. «Die ganze Welt weiß, dass der Dalai Lama nicht nach Abspaltung strebt, außer die chinesische Regierung», erklärte der 73-Jährige und rief die Führung in Peking auf, sich spirituell offener zu zeigen. «Die Dinge innerhalb Tibets verbessern sich nicht. Unser Ansatz, positive Veränderungen zu bringen, ist gescheitert.»
Nach den Unruhen in Tibet im März hatte die chinesische Führung auf internationalen Druck hin Gespräche mit Abgesandten des Dalai Lama aufgenommen. China verlangt ein Bekenntnis, dass Tibet untrennbar zu China gehört. China wirft dem Dalai Lama vor, das Hochland abspalten zu wollen. Der Dalai Lama hat dagegen stets betont, er setze sich nur für eine Autonomie ein, die den Erhalt der buddhistischen Kultur Tibets garantiere.
Die Gesprächsrunde war die dritte seit den antichinesischen Unruhen in Lhasa im März. Tibet wurde in den 1950er Jahren von China besetzt, seit 1959 lebt der Dalai Lama in indischen Exil. (nz/dpa/AP)