Katastrophe bei der russischen Marine:
Zahlreiche Tote nach Unfall auf Atom-U-Boot
Das weiterhin funktionsfähige U-Boot der russischen Pazifikflotte soll gegen Sonntagmittag (MEZ) einen Hafen im fernöstlichen Gebiet Primorje erreichen. Präsident Dmitri Medwedew wies noch in der Nacht die Militärführung an, die Ursachen für den Unfall auf dem 110 Meter langen U-Boot schnellstmöglich aufzuklären. Es handelt sich um ein Schiff einer Baureihe, die von der Nato Akula-II genannt wird.
Es war das schwerste Unglück der russischen Marine seit dem Untergang der «Kursk» in der Barentssee im Jahr 2000. Damals kamen alle 118 Seeleute an Bord ums Leben. Auslöser war ein schadhafter Torpedo. Der damalige Präsident Wladimir Putin musste sich in seinen ersten Amtsmonaten den Vorwurf gefallen lassen, die russische Führung habe im August 2000 das Ausmaß der Katastrophe über Tage verschleiert.
Ersten Erkenntnissen zufolge ereignete sich der Unfall im Bugteil des Bootes. Der Atomreaktor befinde sich im Heckbereich. In U-Booten wird Feuer mit speziellen chemischen Substanzen bekämpft. Ein russischer Experte vermutete einen Programmierungsfehler oder aber eine falsche Bedienung der Technik als Ursache, berichtete die Agentur Ria Nowosti. (dpa/AP)
