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netzeitung.deFAZ-Reporter im Kongo entführt

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Der Journalist befindet sich in der Gewalt einer Miliz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Journalist befindet sich in der Gewalt einer Miliz
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Journalist sei während der Berichterstattung zwischen die Fronten geraten, teilte der Auftraggeber, die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» mit. Daraufhin habe eine Bürgerkriegspartei den Reporter gefangen genommen.

Milizen haben im Kongo den Afrika-Korrespondenten der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) entführt. Bei der Geisel handelt es sich um den 43-jährigen Journalisten Thomas Scheen. Das teilte die Zeitung am Donnerstag in Frankfurt mit. Scheen sei am Dienstag während der Berichterstattung aus dem Krisengebiet in Ost-Kongo «zwischen die Fronten geraten» und gefangengenommen worden, heißt es in einer Mitteilung der FAZ.

Ein Sprecher des belgischen Außenministeriums sagte in Brüssel, Scheen befinde sich in der Hand von Angehörigen der sogenannten Mai-Mai-Milizen. Sie wollten den aus Eupen (Belgien) stammenden Journalisten nur freigeben, wenn der Rebellengeneral Laurent Nkunda seine Truppen zurückziehe. Zu Berichten über Lösegeldforderungen sagte er lediglich: «Es gibt offensichtlich politische Forderungen und andere Forderungen.»

Scheen befinde sich in der Nähe des Ortes Rutshuru nördlich der Stadt Goma. Dort sei er Zeuge schwerer Kämpfe geworden. «Wir wissen mehr oder weniger, wo er sich befindet.» Über den Zustand des Journalisten gebe es jedoch keine verlässlichen Informationen. Das belgische Außenministerium befinde sich im Kontakt «mit allen, die zur Freilassung Scheens etwas beitragen könnten». Dies seien unter anderem der Arbeitgeber Scheens und auch die UN-Friedenstruppe MONUC, die in der Nähe Rutshurus stationiert sei.

Heftige Kämpfe
In einer Erklärung der FAZ hieß es, alle zuständigen Stellen bemühten sich «mit Nachdruck» um die Freilassung des Journalisten. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte lediglich mit, die deutschen Botschaften in Kinshasa und Kigali bemühten sich zusammen mit den örtlichen Behörden um eine rasche Aufklärung des Falles.

In der Gegend von Rutshuru haben sich in den vergangenen Tagen Rebellen des Tutsi-Generals Nkunda und Angehörige der Mai-Mai heftige Kämpfe geliefert. Nkunda kämpft mit Unterstützung des benachbarten Ruanda eigenen Angaben zufolge für die Rechte der im Kongo lebenden und aus Ruanda stammenden Tutsi-Bevölkerung, während die Mai-Mai die ruandischen Rebellen in ihrem Land bekämpfen.

Scheen ist nach Angaben der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» seit November 2000 Afrika-Korrespondent des Blattes, seit 2005 mit Sitz in Johannesburg (Südafrika). Er gehört der Redaktion seit Januar 2000 an. Zuvor hatte er ausgedehnte Reisen durch Afrika unternommen, mehrere Jahre als Fernfahrer gearbeitet, sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und anschließend Germanistik studiert. (dpa)