Korrespondent einer deutschen Zeitung:
FAZ-Reporter im Kongo entführt
06.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Scheen befinde sich in der Nähe des Ortes Rutshuru nördlich der Stadt Goma. Dort sei er Zeuge schwerer Kämpfe geworden. «Wir wissen mehr oder weniger, wo er sich befindet.» Über den Zustand des Journalisten gebe es jedoch keine verlässlichen Informationen. Das belgische Außenministerium befinde sich im Kontakt «mit allen, die zur Freilassung Scheens etwas beitragen könnten». Dies seien unter anderem der Arbeitgeber Scheens und auch die UN-Friedenstruppe MONUC, die in der Nähe Rutshurus stationiert sei.
In der Gegend von Rutshuru haben sich in den vergangenen Tagen Rebellen des Tutsi-Generals Nkunda und Angehörige der Mai-Mai heftige Kämpfe geliefert. Nkunda kämpft mit Unterstützung des benachbarten Ruanda eigenen Angaben zufolge für die Rechte der im Kongo lebenden und aus Ruanda stammenden Tutsi-Bevölkerung, während die Mai-Mai die ruandischen Rebellen in ihrem Land bekämpfen.
Scheen ist nach Angaben der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» seit November 2000 Afrika-Korrespondent des Blattes, seit 2005 mit Sitz in Johannesburg (Südafrika). Er gehört der Redaktion seit Januar 2000 an. Zuvor hatte er ausgedehnte Reisen durch Afrika unternommen, mehrere Jahre als Fernfahrer gearbeitet, sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und anschließend Germanistik studiert. (dpa)

