EU-Ratspräsidentschaft:
Elf Mittel gegen die Finanzkrise
31.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die französische EU-Ratspräsidentschaft schlägt in ihrem Papier elf Leitlinien für eine globale Finanzmarktreform vor:
1. Mehr Transparenz auf den Finanzmärkten schaffen und die erforderlichen Schritte ergreifen, damit keine Finanzinstitution, kein Markt und kein Land einer Regulierung oder Aufsicht entgehen können.
2. Ratingagenturen einer Registrierung und einem Überwachungsmechanismus unterwerfen.
3. Verhaltenskodizes aufstellen, um Anreize für das Eingehen übermäßiger Risiken in der Finanzindustrie abzustellen, darunter auch Manager-Vergütungen.
4. Bilanzierungsregeln überdenken und ihre Konsistenz verbessern.
5. Eigenkapitalvorschriften überprüfen.
6. Ein verantwortungsvolles Risikomanagement bei der Verbriefung von Krediten befördern, dazu sollte erwogen werden, die Ausgeber solcher Kreditbriefe zu einem Selbstbehalt zu verpflichten.
7. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden verstärken.
8. Eine neue Managementkultur in Finanzinstituten befördern, damit diese sich auf die Schaffung nachhaltiger Werte orientieren. Die Risikokontrolle in Finanzinstituten sollte direkt der Verantwortung der Chefetage unterstellt werden.
9. Die Kontrolle von Liquiditätsrisiken verbessern.
10. Eine international koordinierte Antwort auf künftige makroökonomische Herausforderungen suchen.
11. Konkrete Lösungen zur Verbesserung der internationalen Finanzmarktordnung formulieren.
Es werde vor dem Weltfinanzgipfel eine Fülle von Telefonaten, Gesprächen und Begegnungen geben. Die G-20 umfasst die sieben größten Industriestaaten sowie die EU und zahlreiche Schwellenländer wie Russland, China, Indien und Brasilien. (AP)

