Reaktion auf Angriff: 

netzeitung.deSyrien macht US-Einrichtungen dicht

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Der Angriff war großes Thema in den syrischen Medien (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Angriff war großes Thema in den syrischen Medien
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Amerikanische Soldaten hatten bei einer Kommandoaktion in einem Dorf mehrere mutmaßliche Extremisten getötet. Nun reagierte die Regierung in Damaskus.

Nach der Kommandoaktion amerikanischer Soldaten in Syrien reißt die Kritik an den USA nicht ab. Die syrische Regierung ordnete am Dienstag die Schließung des US-Kulturzentrums und einer amerikanischen Schule in Damaskus an.

Die US-Regierung lehnte bislang jeden offiziellen Kommentar zu der Kommandoaktion ab. Medienberichten zufolge bezeichneten Regierungsbeamte in Washington den Angriff als Mahnung an die Adresse Syriens, das den Zustrom von Extremisten in den Irak unterbinden müsse.

Ziel der Operation sei der mutmaßliche Anführer eines Terroristenrings gewesen. Abu Ghadija sei bei der Kommandoaktion getötet oder verletzt worden. Mehrere andere bewaffnete Männer seien ums Leben gekommen.

Spannungen belasten Verhältnis mit USA
Der angeblich in Syrien ansässige Iraker Badran Turki al-Hisan alias Abu Ghadija war im vergangenen Februar von der US-Regierung als einer der wichtigsten Schleuser für Al-Qaeda-Terroristen auf dem Weg in den Irak bezeichnet worden. Gemeinsam mit einem Bruder und zwei Cousins soll er Extremisten mit falschen Pässen, Waffen und sicheren Unterkünften versorgt haben.

Die USA hatten in der Vergangenheit oft darüber geklagt, dass die syrische Regierung arabischen Kämpfern die Durchreise durch ihr Land erlaube. US-Militärs haben jedoch seit 2007 hervorgehoben, dass der Zustrom nachgelassen habe.

Terroristen gelangen über Syrien in den Irak
Der «Washington Post» zufolge gelangten zuletzt etwa 20 Kämpfer pro Monat über Syrien in den Irak, während es 2006 noch mehr als 100 waren. Der arabische Nachrichtensender Al Arabija berichtete am Dienstag unter Berufung auf Polizisten an der Grenze zu Syrien, die US-Soldaten hätten von den irakischen Sicherheitsbehörden Informationen über den Aufenthaltsort des gesuchten Al-Qaeda-Terroristen erhalten.

Die irakische Islamische Partei von Vizepräsident Tarik al-Haschimi teilte mit, der Angriff belaste die Beziehungen zwischen dem Irak und dem «Bruderland» Syrien, das nach der US-Invasion im Frühjahr 2003 Hunderttausende irakischer Flüchtlinge aufgenommen habe. Auch die Partei des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr verurteilte die Attacke. (dpa/AP)