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Nach dem Tod von acht Zivilisten: 

Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee

27. Okt 2008 12:49
Das syrische Fernsehen zeigte das Haus, in dem der Angriff stattfand
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Aus Sicht der Regierung in Damaskus ist der Fall klar und empörend: Soldaten einer US-Spezialeinheit drangen in Syrien ein und töteten mehrere Zivilisten. Das amerikanische Militär schildert den Vorfall anders.

Die syrische Führung hat nach dem tödlichen Angriff einer mutmaßlichen US-Spezialeinheit scharf protestiert. «Syrien verurteilt diese Aggression und macht die amerikanischen Streitkräfte für diese Aggression und alle Folgen verantwortlich», hieß es in einer Erklärung der Regierung. Auch die irakische Regierung trage Schuld an dem Tod der acht syrischen Zivilisten. Die US-Streitkräfte teilten mit, der Angriff eines Sonderkommandos am Sonntag habe einem Terrornetzwerk gegolten, über das Kämpfer in den Irak geschleust würden. Die Regierung in Bagdad befürchtete am Montag eine Verschlechterung der syrisch-irakischen Beziehungen und sprach von einem bedauerlichen Vorfall.

Die Geschäftsträgerin der US-Vertretung in Damaskus, Maura Connelly, wurde nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana ins Außenministerium einbestellt. Ein Mitarbeiter der Botschaft sagte, derzeit liefen Ermittlungen, um festzustellen, was genau passiert sei. Auch die irakische Regierung kommentierte den Vorfall zunächst nicht.

Nach offizieller syrischer Darstellung waren US-Soldaten aus dem Irak am Sonntag mit Hubschraubern in einem syrischen Dorf in der Provinz Deir al-Zor nahe der Grenze gelandet. Sie töteten in einem Gebäude, das noch nicht fertiggestellt war, ein Ehepaar und dessen vier Kinder sowie zwei weitere Männer.

Bislang liegen keine Hinweise vor, dass es sich bei den Getöteten um Bewaffnete handelte, die auf dem Weg in den Irak waren. Die US- Regierung wirft der syrischen Führung seit Jahren vor, sie erlaube Terroristen, über die Grenze in den Irak einzudringen. Die US-Streitkräfte vermuten, dass Aufständische Syrien als Stützpunkt nutzen, um Kämpfer und Waffen in den Irak zu bringen.

Die syrische Ortschaft Abu Kamal liegt acht Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. Die Region befindet sich in der Nähe der irakischen Grenzstadt Kaim. Dort berichteten irakische Reisende, sie hätten Explosionen gehört. Der Übergang Kaim gilt als zentraler Knotenpunkt für Rebellen und den Transport von Waffen und Geld für den Aufstand radikaler Sunniten. (dpa/AP)

 
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