15.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Prozess in Moskau beginnt am Mittwoch
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Menschenrechtsgruppen gehen von einem Giftanschlag aus: Im Auto der Anwältin Moskalenko ist eine verdächtige Substanz entdeckt worden. Die Frau und ihre Kinder sind erkrankt.
Vor dem Prozess um die Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja am Mittwoch ist eine prominente Menschenrechtsanwältin erkrankt, nachdem in ihrem Auto eine verdächtige Substanz gefunden wurde. Karinna Moskalenko konnte deswegen nicht an einer Anhörung zu dem Gerichtsverfahren in Moskau teilnehmen. Auch ihre Kinder seien krank, sagte Moskalenko dem Radiosender Echo Moskau.
Menschenrechtsgruppen sprachen von einem offenkundigen Giftanschlag auf die Anwältin. Ihr Mann habe in dem Auto, das die Familie in Straßburg benutze, eine große Menge einer Quecksilber-ähnlichen Flüssigkeit gefunden, sagte Moskalenko Echo Moskau. Sie vertritt neben Politkowskajas Familie auch den inhaftierten russischen Unternehmer Michail Chodorkowski sowie russische Staatsbürger, die Klagen gegen die Regierung beim dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg durchbringen wollen.
Im Zusammenhang mit dem Mord an Politkowskaja müssen sich vier Verdächtige vor Gericht verantworten. Die Journalistin wurde am 7. Oktober 2006 vor ihrem Apartmenthaus in Moskau erschossen. Sie hatte über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien berichtet und galt als Kreml-Kritikerin. Über die Hintermänner der Bluttat noch immer nichts bekannt. (AP)