Annäherung in Nahost: 

netzeitung.deSyrien erkennt erstmals Nachbar Libanon an

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Gibt er die Einflussnahme im Libanon auf? Der syrische Präsident Assad (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gibt er die Einflussnahme im Libanon auf? Der syrische Präsident Assad
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Jahrzehntelang hat Syrien den Libanon als sein spezielles Einflussgebiet betrachtet. Das könnte sich nun ändern: Erstmals nimmt das Assad-Regime volle diplomatische Beziehungen mit dem Nachbarland auf.

Syrien hat erstmals die staatliche Unabhängigkeit des Libanons anerkannt. Damaskus wird volle diplomatische Beziehungen mit dem Nachbarstaat aufnehmen und eine Botschaft in der libanesischen Hauptstadt Beirut einrichten. Das geht aus einem am Dienstag in Damaskus veröffentlichten Erlass von Präsident Baschar al Assad hervor.

Damit nähern sich rund drei Jahrzehnte syrischer Intervention im Libanon dem Ende. Die Anerkennung der Staatlichkeit war eine der Hauptforderungen der antisyrischen und prowestlichen Kräfte im Libanon. Die Botschaft soll bis zum Jahresende eingerichtet werden, wie die Nachrichtenagentur AP aus dem Außenministerium in Damaskus erfuhr.

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen war Mitte August beim Besuch des libanesischen Präsidenten Michel Suleiman in der syrischen Hauptstadt beschlossen worden. Syrien und der Libanon unterhielten seit ihrer Unabhängigkeit von Frankreich in den 40er Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Die syrische Armee marschierte in den 70er Jahren im Libanon ein und hatte mit der Militärpräsenz bis 2005 de facto den Status einer Kontrollmacht inne.

Das ohnehin schwierige Verhältnis der beiden Staaten gelangte mit dem Mordanschlag auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005 auf einem Tiefpunkt. Viele Libanesen machten Syrien für die Tat verantwortlich, was das Regime in Damaskus stets zurückwies. Protestbewegungen und internationaler Druck zwangen die Syrer schließlich noch im selben Jahr zum Abzug ihrer Truppen. Damaskus bemühte sich zuletzt um eine Öffnung des Landes und eine Verbesserung der Beziehungen zum Westen. Derzeit laufen auch von der Türkei vermittelte Gespräche über einen Friedensvertrag mit Israel. Dieser wird auch als Voraussetzung für eine Normalisierung der Beziehungen mit den USA gesehen. (AP)