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Vor dem TV-Duell: 

McCain will die Peitsche auspacken

13. Okt 2008 09:24
McCain muss sich entscheiden, was er will – angreifen oder vereinen
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Der republikanische Kandidat muss sich etwas einfallen lassen. Vor der letzten TV-Debatte dieses Wahlkampfs liegt er in Umfragen immer noch hinten. McCain attackiert also scharf – kann das aber nicht immer durchhalten.

In den Umfragen liegt der Republikaner John McCain seit der Verschärfung der Finanzkrise deutlich hinter dem Demokraten Barack Obama. Je näher die Wahl rückt, desto nervöser wird deshalb McCains Team. Und desto aggressiver gibt sich der Kandidat – zumeist jedenfalls. Vor der letzten Fernsehdebatte im Präsidentschaftswahlkampf der USA hat er den Ton noch einmal verschärft. Er werde beim Aufeinandertreffen mit Barack Obama am Mittwoch die Peitsche mitbringen, kündigte McCain an. Wörtlich sagte er am Sonntag vor Wahlkampfhelfern bei Washington, er werde Obama «den 'ihr wisst schon was' auspeitschen».

McCain räumte ein, dass er in den landesweiten Umfragen «ein paar Prozentpunkte» hinter dem Kandidaten der Demokraten liege. «Aber wir sind mitten drin im Spiel», versicherte der 72-jährige Senator. Die Finanzkrise habe ihm ihn den vergangenen zwei Wochen etwas geschadet. Jetzt wollten die Wähler aber vor allem Erfahrung und eine Vision. «Das werden wir Amerika geben», sagte McCain.

Der harschere Ton in McCains Kampagne zeigt sich auch in einem Fernsehspot, der Obama über Umwege in die Nähe einer terroristischen Vereinigung zu rücken versucht. Den Geist, den McCain mit dieser Werbe-Attacke beschwor, wird er nun allerdings kaum noch los. Das hat laut US-Medien dazu geführt, dass er zwischenzeitlich auf seinen Wahlkampfveranstaltungen Obama in Schutz nehmen musste, weil aus dem Publikum Beschimpfungen wie «Terrorist», «Verrat», «köpft ihn» gerufen wurden.

Mit Palin in Virginia

McCain reagierte darauf beschwichtigend. «Ich muss euch sagen, dass er ein anständiger Mensch ist. Jemand, vor dem ihr auch keine Angst zu haben brauchtet, wenn er Präsident würde», verkündete der Republikaner versöhnlich. Seine Anhänger waren alles andere als begeistert und buhten ihn aus. Obama dagegen bedankte sich, dass McCain gezeigt habe, wie man auf respektvolle Weise streiten könne.

McCain muss nun ein Dilemma lösen: Die Konservativsten der Republikaner wollen Kampfrhetorik und Schmähungen. Den Mainstream-Amerikaner überzeugt er so aber nicht. Nach der Fernsehdebatte am Mittwoch, sagte er, werde er 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche für den Sieg am 4. November kämpfen. Zusammen mit seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin tritt McCain am Montag in Virginia auf. Dieser Staat, der bislang als Hochburg der Republikaner galt, ist mittlerweile zwischen beiden Lagern heftig umkämpft.

Sprunghaft in der Finanzkrise

Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Joe Biden warf McCain unterdessen vor, sich in der Finanzkrise sprunghaft und unberechenbar zu verhalten. In der von Arbeitern geprägten Kleinstadt Scranton in Pennsylvania sagte Biden am Sonntag mit Blick auf die Vietnamkriegserfahrung des politischen Gegners: «Wir brauchen mehr als einen tapferen Soldaten, wir brauchen einen klugen Führer.» (nz/AP)

 
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