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US-Entscheidung: 

Ein «Schurkenstaat» weniger

12. Okt 2008 11:28, ergänzt 14:42
Nordkorea unter Kim Jong Il: Noch immer eine beinharte Diktatur
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Die USA streichen Nordkorea von der Liste der Staaten, die den Terrorismus unterstützen. Während das Regime in Pjöngjang den Schritt begrüßt, ist ein asiatisches Land verärgert.

Nordkorea hat seine Streichung von der US-Liste der «Schurkenstaaten» begrüßt und die Fortsetzung der unterbrochenen Arbeiten zur Stilllegung seiner Atomanlagen angekündigt. Auch werde das Land Inspekteuren der USA und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA wieder den Zugang zu den Anlagen erlauben, teilte das Außenministerium in Pjöngang am Sonntag mit.

Nordkorea begrüße, dass die USA «ihrer Verpflichtung nachgekommen sind und uns von der Liste der Staaten, die den Terrorismus unterstützen, genommen haben», wurde ein Ministeriumssprecher von den staatlich kontrollierten Medien zitiert. Das US-Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, Nordkorea habe sich zu einer strikten Überprüfung seiner Atomanlagen bereiterklärt. Deshalb wurde das kommunistische Land von der US-Liste gestrichen, wie Außenamtssprecher Sean McCormack am Samstag in Washington mitteilte.

Aus Verärgerung über die USA hatte Nordkorea Ende September angekündigt, seine Wiederaufbereitungsanlage im Atomkomplex Yongbyon zur Plutoniumgewinnung erneut in Betrieb nehmen zu wollen. Washington hatte wiederholt bekräftigt, dass es Nordkorea erst von der Terrorliste nehmen werde, wenn das kommunistische Land einer sicheren Nachprüfung der atomaren Abrüstung zustimme. Die Beendigung des Atomprogramms wurde im Februar 2007 bei den Sechs-Parteien-Gesprächen Nordkoreas mit Südkorea, den USA, China, Russland und Japan vereinbart. Im Gegenzug soll Pjöngjang Energiehilfen erhalten. Bislang ist knapp die Hälfte davon eingegangen.

Erst am Wochenende hat das staatlich kontrollierte Fernsehen Nordkoreas erstmals seit fast zwei Monaten wieder Bilder von Machthaber Kim Jong Il gezeigt. Seine wochenlange Abwesenheit hatte zu Spekulationen über seine Gesundheit geführt.

Unterschiedliche Reaktionen in Asien

Südkorea begrüßte die Einigung zwischen den USA und Nordkorea als wichtigen Fortschritt im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Japan reagierte indes mit Unverständnis auf die Entscheidung seiner Schutzmacht USA. Dieser Schritt sei «äußert bedauerlich», sagte der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa in Washington am Rande des G7-Treffens laut der Nachrichtenagentur Kyodo. Er bezweifelte, dass die USA vor ihrer Entscheidung ihren Verbündeten Japan konsultiert hätten. Nakagawa richtete zugleich US-Präsident George W. Bush am Samstag die Besorgnis der Familien japanischer Opfer aus, die Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre von Pjöngjangs Agenten nach Nordkorea entführten worden waren.

Für ihn seien die Entführungen terroristische Handlungen, sagte Nakagawa, der in seiner Heimat einer parlamentarischen Gruppe vorstand, die sich für die Familien der Entführungsopfer einsetzt. Nakagawa sprach von Washington aus mit den Eltern des jüngstens Opfers, der damals 13-jährigen Megumi Yokota. «Sie waren sehr geschockt», wurde der Minister zitiert. Sollte es bei den Sechs-Länder-Gesprächen über Nordkoreas Atomprogramm keine Fortschritte geben, würde die Streichung des Regimes von der US-Liste der Terrorunterstützer bedeuten, dass Nordkorea die USA «zum Gespött» gemacht hat, sagte Nakagawa. (dpa/AP)

 
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