Posten im Bundeshaushalt:
Teurer Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch
11.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Damit seien die militärischen Ausgaben der Bundesrepublik am Hindukusch bislang fast viermal so hoch wie die für zivile Entwicklungshilfe, berichtet das Nachrichtenmagazin. Seit 2001 habe die Regierung dafür gut 830 Millionen Euro ausgegeben. Dagegen habe der Staat bis Ende 2007 allein für die Beschaffung und Erhaltung des Wehrmaterials für den Isaf-Einsatz rund 1,1 Milliarden Euro aufgewendet.
Der Verteidigungsexperte der SPD, Rainer Arnold, nannte die Entscheidung der Nato dagegen «einigermaßen vernünftig». Er halte einen solchen Einsatz der Isaf im Süden und Osten für «notwendig», wenn die Afghanen den Kampf gegen den Drogenanbau alleine nicht bewältigen könnten.
Die Sicherheitslage werde dadurch «nicht einfacher, aber ein Wegducken vor der Drogenproblematik gefährdet die gesamten Ziele des Einsatzes», sagte Arnold der Zeitung. «Da muss man jetzt auch ein gewisses Risiko tragen.»
Die Nato-Verteidigungsminister hatten am Freitag in Budapest beschlossen, dass die internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf künftig gegen Drogenhändler vorgehen darf. Die internationalen Truppen müssen sich aber eng mit den afghanischen Behörden abstimmen. In Übereinstimmung mit UN-Beschlüssen sollen die afghanischen Sicherheitskräfte die Federführung für die Drogenbekämpfung behalten, wie es unter anderem Deutschland gefordert hat. (AP)

