Isaf-Truppe gegen Drogenhändler:
Operation Schlafmohn ist eröffnet
Grundlage für ein solches Vorgehen seien eine Anforderung der afghanischen Regierung, die einschlägigen UN-Resolutionen und der Isaf-Operationsplan. Dieser müsse nicht geändert werden. Nach Angaben von Diplomaten sollen laut Beschluss der Verteidigungsminister bei den Einsätzen «zivile Opfer vermieden» werden. Außerdem solle die Intensivierung der Drogenbekämpfung in «Prioritätsgebieten» erfolgen. Dies bedeute, dass vor allem im Süden, wo besonders viel Schlafmohn angebaut ist, mit solchen Aktionen zu rechnen sei, hieß es. Die rund 3300 deutschen Soldaten der Isaf sind im Norden des Landes stationiert.
Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollen die einheimischen Sicherheitskräfte bei der Drogenbekämpfung künftig verstärkt unterstützen. Eigenständige Einsätze gegen Drogenschmuggler oder -labore werde es aber nicht geben, teilte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag in Budapest mit. «Wir werden einzelne Aktivitäten unterstützen im Bereich Aufklärung von Transportwegen, medizinische Unterstützung und Absicherung von Operationen der Afghanen», sagte Jung. Diese Aufgaben seien durch das Mandat der Bundeswehr in Afghanistan gedeckt.
Die anderen Truppenstellernationen der Isaf könnten aber auch robuster gegen Drogenbarone vorgehen, sofern die afghanischen Behörden zustimmten, erklärte der Bundesverteidigungsminister. Vor allem die USA und Großbritannien hatten auf eine entsprechende Ermächtigung für ihre Truppen gedrungen, die im besonders umkämpften Süden Afghanistans stationiert sind. (AP/dpa)

