10. Okt 2008 12:56
Die Schutztruppe soll vor allem im Süden Afghanistans gegen die Opiumherstellung vorgehen. Die Nato will bei den Einsätzen «zivile Opfer» vermeiden. Federführend bleiben aber die einheimischen Kräfte.
Die Mitgliedstaaten in der Afghanistan-Schutztruppe Isaf seien dabei frei in der Entscheidung, ob ihre Soldaten an dem verschärften Kampf gegen die Opiumherstellung in Afghanistan teilnehmen sollen. «Die Isaf kann in Zusammenarbeit mit den Afghanen gegen Einrichtungen und Personen, die den Aufstand unterstützen, vorgehen, sofern die Zustimmung der betreffenden Nationen vorliegt», sagte er.Grundlage für ein solches Vorgehen seien eine Anforderung der afghanischen Regierung, die einschlägigen UN-Resolutionen und der Isaf-Operationsplan. Dieser müsse nicht geändert werden. Nach Angaben von Diplomaten sollen laut Beschluss der Verteidigungsminister bei den Einsätzen «zivile Opfer vermieden» werden. Außerdem solle die Intensivierung der Drogenbekämpfung in «Prioritätsgebieten» erfolgen. Dies bedeute, dass vor allem im Süden, wo besonders viel Schlafmohn angebaut ist, mit solchen Aktionen zu rechnen sei, hieß es. Die rund 3300 deutschen Soldaten der Isaf sind im Norden des Landes stationiert.
Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollen die einheimischen Sicherheitskräfte bei der Drogenbekämpfung künftig verstärkt unterstützen. Eigenständige Einsätze gegen Drogenschmuggler oder -labore werde es aber nicht geben, teilte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag in Budapest mit. «Wir werden einzelne Aktivitäten unterstützen im Bereich Aufklärung von Transportwegen, medizinische Unterstützung und Absicherung von Operationen der Afghanen», sagte Jung. Diese Aufgaben seien durch das Mandat der Bundeswehr in Afghanistan gedeckt.
Die anderen Truppenstellernationen der Isaf könnten aber auch robuster gegen Drogenbarone vorgehen, sofern die afghanischen Behörden zustimmten, erklärte der Bundesverteidigungsminister. Vor allem die USA und Großbritannien hatten auf eine entsprechende Ermächtigung für ihre Truppen gedrungen, die im besonders umkämpften Süden Afghanistans stationiert sind. (AP/dpa)