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Ahtisaari bekommt Friedensnobelpreis

10. Okt 2008 11:04, ergänzt 15:27
Besonders im Balkankonflikt wirkte Athisaari als Vermittler
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Das Nobelkomitee in Oslo hat den finnischen Ex-Präsidenten mit der Auszeichnung für seine internationalen Vermittlerdienste geehrt. Er wurde seit mehreren Jahren zum engsten Favoritenkreis gerechnet.


Das Nobelkomitee in Oslo hat den finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari mit dem Friedensnobelpreis 2008 ausgezeichnet. Es begründete seine Entscheidung am Freitag mit dem «fast lebenslangen Einsatz Ahtisaaris als international herausragender Vermittler» bei der Beendigung von Kriegen und der Lösung anderer Konflikte. Der 71-jährige Diplomat wird für zahlreiche internationale Vermittlerdienste zur Beendigung von Kriegen und Konflikten geehrt. Als Ahtisaaris wichtigste Leistung gilt die Beendigung des Bürgerkriegs in der indonesischen Unruheprovinz Aceh 2005. Der Preis ist mit umgerechnet einer Million Euro dotiert.

Ahtisaari wurde am 23. Juni 1937 in dem Teil von Finnisch-Karelien geboren, der heute zu Russland gehört. Erste außenpolitische Erfahrungen sammelte der Hobbyangler und Golfer im diplomatischen Dienst seines Landes. Von 1977 bis 1981 sowie Ende der 80er Jahre arbeitete er als UN-Kommissar für Namibia. Eine Schule in der Hauptstadt Windhuk trägt seinen Namen und zeugt so von Ahtisaaris enormer Popularität.

Der Sozialdemokrat Ahtisaari war 1994 bis 2000 Staatspräsident von Finnland. Der Balkankonflikt gehörte schon 1991 bis 1993 zu seinem Arbeitsgebiet, als er Chef einer «UN-Arbeitsgruppe Bosnien-Herzegowina» war. 1999 verhandelte Ahtisaari erfolgreich im Dienst von UN und EU über die Beendigung des Serbien-Krieges mit dem damaligen Präsidenten in Belgrad, Slobodan Milosevic.

Nach seiner Ablösung im höchsten finnischen Staatsamt 2000 gründete er in Helsinki das kleine Institut CMI, das sich mit Krisenmanagement befasst. Von hier aus übernahm er Aufträge wie im Jahr 2000 die Überwachung einer Entwaffnungsaktion bei der nordirischen Untergrundorganisation IRA.

Ahtisaari vermittelte erfolgreich im Bürgerkrieg zwischen der indonesischen Regierung und der Separatistenbewegung «Freies Aceh». Für die UN befasste er sich mit kniffligen Sicherheitsproblemen im Irak, am Horn von Afrika und in Zentralasien. Seine letzte Mission als UN-Beauftragter für den künftigen Status des Kosovos galt als nicht sonderlich erfolgreich. (dpa)

 
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