10. Okt 2008 11:04, ergänzt 15:27
Das Nobelkomitee in Oslo hat den finnischen Ex-Präsidenten mit der Auszeichnung für seine internationalen Vermittlerdienste geehrt. Er wurde seit mehreren Jahren zum engsten Favoritenkreis gerechnet.
Ahtisaari wurde am 23. Juni 1937 in dem Teil von Finnisch-Karelien geboren, der heute zu Russland gehört. Erste außenpolitische Erfahrungen sammelte der Hobbyangler und Golfer im diplomatischen Dienst seines Landes. Von 1977 bis 1981 sowie Ende der 80er Jahre arbeitete er als UN-Kommissar für Namibia. Eine Schule in der Hauptstadt Windhuk trägt seinen Namen und zeugt so von Ahtisaaris enormer Popularität. Der Sozialdemokrat Ahtisaari war 1994 bis 2000 Staatspräsident von Finnland. Der Balkankonflikt gehörte schon 1991 bis 1993 zu seinem Arbeitsgebiet, als er Chef einer «UN-Arbeitsgruppe Bosnien-Herzegowina» war. 1999 verhandelte Ahtisaari erfolgreich im Dienst von UN und EU über die Beendigung des Serbien-Krieges mit dem damaligen Präsidenten in Belgrad, Slobodan Milosevic.
Nach seiner Ablösung im höchsten finnischen Staatsamt 2000 gründete er in Helsinki das kleine Institut CMI, das sich mit Krisenmanagement befasst. Von hier aus übernahm er Aufträge wie im Jahr 2000 die Überwachung einer Entwaffnungsaktion bei der nordirischen Untergrundorganisation IRA.
Ahtisaari vermittelte erfolgreich im Bürgerkrieg zwischen der indonesischen Regierung und der Separatistenbewegung «Freies Aceh». Für die UN befasste er sich mit kniffligen Sicherheitsproblemen im Irak, am Horn von Afrika und in Zentralasien. Seine letzte Mission als UN-Beauftragter für den künftigen Status des Kosovos galt als nicht sonderlich erfolgreich. (dpa)