10. Okt 2008 09:03
Am Freitag gegen 11 Uhr weiß die Welt mehr: Das Osloer Komitee wird unter 197 Kandidaten den Gewinner des Friedensnobelpreises küren. Nicht nur wegen der jüngsten Olympischen Spiele steht China im Zentrum der Spekulationen.
Am Vorabend der diesjährigen Entscheidung sorgte die chinesische Regierung für Aufsehen, indem sie ausdrücklich vor der Auszeichnung eines inhaftierten Dissidenten warnte. Der Direktor des Friedensforschungsinstituts in Oslo, Stein Tönnesson, hatte zuvor gemutmaßt, das Preiskomitee könnte sich für einen chinesischen Bürgerrechtler entscheiden, weil die Olympischen Spiele nicht die erhoffte Verbesserung der Menschenrechtslage gebracht hätten.Immer wieder für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird eine sehr bunte Mischung aus Einzelpersonen und Organisationen. Dazu gehören der frühere finnische Präsident und Friedensmakler Martti Ahtisaari, der irische Rocksänger Bono für seinen Einsatz zur Schuldentilgung zugunsten armer Länder und Altbundeskanzler Helmut Kohl für die friedlich abgelaufene deutsche Wiedervereinigung. Im vergangenen Jahr galt kurze Zeit auch die Europäische Union (EU) als aussichtsreiche Anwärterin. Sie war als erfolgreiches Projekt zur Erhaltung des Friedens nominiert worden.
Im vergangenen Jahr wurden der US-Politiker Al Gore und der Weltklimarat für ihr Engagement gegen die Erderwärmung mit dem weltweit angesehensten Friedenspreis ausgezeichnet. Die mit rund einer Million Euro (zehn Millionen schwedische Kronen) dotierte Auszeichnung wird am 10. Dezember verliehen, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Neben Einzelpersonen, die sich um den Frieden oder die Menschenrechte verdient gemacht haben, können auch Organisationen den Preis erhalten.
Letzter deutscher Preisträger war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Überreicht werden alle Nobelpreise traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896). Der erste Friedensnobelpreis ging 1901 an den Gründer des Internationalen Roten Kreuzes, Henry Dunant aus der Schweiz, und den Franzosen Frédéric Passy, der in seinem Land die erste Friedensgesellschaft ins Leben gerufen hatte. (dpa)