Absprache mit EU-Regierungen gefordert:
Deutsche Garantie für Spareinlagen in der Kritik
06.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
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Die EU-Kommission beurteilte die deutsche Garantieerklärung in einer ersten Reaktion als unproblematisch. Auf den ersten Blick sei die Absichtserklärung der Bundesregierung «wenig verdächtig, zu Wettbewerbsverzerrungen zu führen», erklärte Kommissionssprecher Jonathan Todd in Brüssel. Kritisch äußerte sich die Kommission dagegen zu der letzte Woche von Irland angekündigten Staatsgarantie, die sich allein auf einheimische Banken bezog.
«Die Maßnahme so, wie sie zunächst angekündigt wurde, warf das Problem der Diskriminierung auf», sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments. Dublin habe inzwischen aber Bereitschaft signalisiert, die Garantie auch auf ausländische Banken auf dem irischen Markt auszuweiten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die irische Regierung wegen ihrer Staatsgarantie am Samstag scharf kritisiert.
Dass die Bundeskanzlerin nur einen Tag später selbst eine staatliche Garantie für private Spareinlagen ankündigte, löste deshalb einiges Erstaunen aus. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen erklärte dazu am Montagabend in Luxemburg: «Das Vorgehen von Deutschland unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Iren. Die Iren haben einen Risikoschirm gespannt, der im Binnenmarkt diskriminierend ist, während das deutsche Vorgehen darauf gerichtet ist, dass Sparerinnen und Sparer in der Finanzkrise keinen Euro verlieren.»
Streit droht bei den Beratungen der Finanzminister in Luxemburg auch über die Anwendung des Stabilitätspakts. EU-Diplomaten in Brüssel wandten sich gegen Aussagen des französischen Staatschefs und amtierenden EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy, der Pakt solle gelockert werden. Auf der Tagesordnung für das Treffen in Luxemburg standen zudem die umstrittenen Millionen-Abfindungen für Manager. (AP)

