06. Okt 2008 20:39
Bei einem Anschlag auf einen Politiker wurden mehr als 50 Menschen verletzt, mindestens 20 kamen ums Leben. Der Abgeordnete, dem der Anschlag galt, gehört der schiitischen Minderheit an.
Mehr als 50 weitere Menschen seien mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden. Pakistanische Medien berichteten unter Berufung auf Ärzte von bis zu 30 Toten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Sicherheitskräfte gehen jedoch von einer politisch-religiös motivierten Tat aus, denn der Abgeordnete habe der schiitischen Minderheit angehört. In der Region hat es immer wieder blutige Unruhen zwischen der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit und Schiiten gegeben. Die etwa 100 Kilometer entfernten Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan gelten zudem als Hochburg radikalislamischer Extremisten und Rückzugsraum der Taliban.
Unterdessen kamen bei den seit Wochen anhaltenden Gefechten zwischen Sicherheitskräften und islamischen Aufständischen in der halbautonomen Stammesregion Bajaur erneut mindestens sechs Extremisten ums Leben. Nach Armeeangaben vom Montag hatten die Männer versucht, sich mit Uniformen der pakistanischen Grenzpolizei zu tarnen. Seit Beginn der Offensive in Bajaur Anfang August starben nach offiziellen Angaben rund 800 Extremisten und Dutzende Soldaten. Hunderttausende Zivilisten sind auf der Flucht. (dpa)