Kommunalwahlen in Brasilien: 

netzeitung.deEx-Guerillero will Bürgermeister von Rio werden

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Hat eine turbulente Vergangenheit: Fernando Gabeira (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hat eine turbulente Vergangenheit: Fernando Gabeira
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In den 60er Jahren war er Mitglied der Guerillagruppe MR-8 und nahm an der Entführung des US-Botschafters teil - jetzt wird er vielleicht Bürgermeister von Rio de Janeiro: Fernando Gabeira sorgt für den Überraschungscoup bei den Wahlen.

Ein Senkrechtstart bei den Kommunalwahlen in Brasilien mit Vergangenheit: Im Rennen um das Bürgermeisteramt von Rio de Janeiro zog der frühere Guerillakämpfer Fernando Gabeira in die Stichwahl ein. Er kandidierte für die im südamerikanischen Land unbedeutende Partei der Grünen (PV) am Sonntag.

Der 67- jährige Gabeira habe 25,6 Prozent der Stimmen erhalten und damit hinter Fernando Paes (32 Prozent) von der rechten Partei der Demokratischen Bewegung (PMDB) den zweiten Platz belegt, teilten die Wahlbehörden in der Nacht zum Montag mit. Noch im August war Gabeira in den Umfragen nur auf drei bis vier Prozent gekommen.

Der frühere Journalist und heutige Abgeordnete Gabeira nahm 1969 an der Entführung des US-Botschafters in Brasilia, Charles Burke Elbrick, durch die Guerillagruppe MR-8 teil. Die Guerilleros erzwangen damals die Freilassung von 15 politischen Gefangenen, wurden aber vier Monate später von der Geheimpolizei der Diktatur dingfest gemacht. Gabeira lebte in den 1970er Jahren in Schweden im Exil. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien gründete er in den 1980er Jahren die Partei der Grünen.

In den drei größten Städten Brasiliens fällt die Entscheidung über den künftigen Bürgermeister erst bei den Stichwahlen. Sowohl in Rio als auch in São Paulo und Belo Horizonte müssen die Wähler am 26. Oktober wieder zu den Urnen.

Die Kommunalwahlen gelten in Brasilien als Stimmungstest für die Zentralregierung vor den Präsidentschaftswahlen von 2010. Insgesamt waren am Sonntag 128 Millionen Wahlberechtigte in mehr als 5500 Städten und Gemeinden zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlen waren, wie zuvor der Wahlkampf, von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Nennenswerte Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. (dpa)