Forderung nach Einsatz-Ende:
Steinmeier will KSK aus Afghanistan abziehen
05.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Zu ihren Aufgaben zählt auch die Abwehr terroristischer Angriffe. Die US-geführte Operation Enduring Freedom (OEF) ist eine unmittelbare Reaktion auf die Terroranschläge des 11. September 2001. Steinmeier begründete seinen Vorstoß im «Spiegel» mit der Ausweitung der deutschen Beteiligung an der Nato-Schutztruppe Isaf.
Die CSU dagegen hat eine Ausstiegsstrategie für die komplette Militäraktion gefordert. Er erwarte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klare Perspektiven für die Beendigung «in absehbarer Zeit», sagte der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer der «Neuen Osnabrücker Zeitung».
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Jürgen Trittin, nannte den Vorstoß halbherzig. Steinmeier versuche, den Kritikern des Einsatzes in seiner Partei entgegenzukommen. Statt «bloßer Symbolik» solle der stellvertretende SPD-Vorsitzende aber darauf drängen, die Operation OEF insgesamt zu beenden, weil es dafür keine völkerrechtliche Grundlage gebe. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Paul Schaefer, forderte ein Ende des Militäreinsatzes und Initiativen für eine Verhandlungslösung. Kommenden Dienstag berät der Bundestag über die Aufstockung des deutschen Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan um 1000 auf 4500 Mann im Rahmen der Isaf-Mission.
«Wenn die Taliban bereit wären, auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen und über eine politische Einigung zu sprechen, dann ist das genau die Art Fortschritt, die Aufstände wie diesen beendet.» Britische Regierungsvertreter haben in der Vergangenheit Interesse daran gezeigt, die Taliban dazu zu bewegen, die Waffen niederzulegen und sich an der Regierung zu beteiligen. (dpa)

