Zunächst sprach Finanzministerin Christine Lagarde von einer «europäischen Auffanglösung». Ihr Berliner Kollege Peer Steinbrück (SPD) ließ umgehend erklären: «Von solchen Plänen hält die Bundesregierung gar nichts.» Dann geisterte die Zahl von 300 Milliarden Euro durch die Medien. Angeblich sollte jedes EU-Land jeweils drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts beisteuern. Dies hieße für Deutschland 75 Milliarden Euro. Ein aberwitziger Plan, hieß es in Berlin. Die Zahl wurde später von der französischen Regierung dementiert – aber die Idee eines Notfonds bleibt vorerst im Raum. Es gebe in Deutschland eine «gewisse Skepsis», was pauschale Lösungen betreffe, sagte ein Sprecher der Kanzlerin. Es müsse vielmehr in jedem Einzelfall geprüft werden, welche Maßnahmen jeweils in einem Land nötig seien. In den 27 EU-Staaten gebe es unterschiedliche Bedingungen und Bankensysteme. Eine europäische Bankenaufsicht wird wird in Berlin ebenso skeptisch beurteilt.
Nach Ansicht der Bundesregierung spielt die Musik ohnehin nicht am Samstag in Paris, sondern in der kommenden Woche in Washington beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G7). Dort lägen erste Erfahrungsberichte vor, dort gehe es um eine gemeinsam Linie auch mit den Amerikanern. Dieses Treffen sollte zunächst mal abgewartet werden, wird in Berlin betont.