27.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das syrische Fernsehen zeigte Bilder von beschädigten Häusern
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Detonation in einem belebten Viertel von Damaskus war gewaltig, Häuser wurden beschädigt, es gab zahlreiche Tote und Verletzte. Viele Pilger waren in dem Stadtteil, denn in der Nähe ist ein schiitisches Heiligtum.
Bei der Explosion einer Autobombe in einem belebten Viertel der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Samstagmorgen 17 Zivilisten getötet worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, wurden 14 weitere Menschen verletzt. Unter den Verletzten waren auch Kinder, berichteten Augenzeugen. Innenminister Bassam Abdel Madschid sprach im Fernsehen von einem «feigen Akt».
Die Bombe - nach Medienberichten rund 200 Kilogramm Sprengstoff in einem Auto - soll in der Nähe eines Geheimdienst-Postens am Rande des Viertels explodiert sein. Augenzeugen berichteten, dass unter den Toten auch mehrere Mitarbeiter des Geheimdienstes seien. Fernsehbildern zufolge wurde durch die Wucht der Explosion ein Wohngebäude beschädigt, zahlreiche Autoscheiben gingen zu Bruch.
In dem Viertel liegt die Grabmoschee von Sajjida Seinab, einer Enkeltochter des Propheten Mohammed. Sie wird täglich von schiitischen Pilgern besucht, von denen viele aus dem Iran anreisen. In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche schiitische Flüchtlinge aus dem Irak in der Nähe der Moschee angesiedelt, die unweit der Straße zum internationalen Flughafen liegt.
Anschläge in Damaskus kommen selten vor, die Überwachung im Land ist engmaschig. Der letzte spektakuläre Bombenanschlag in Damaskus hatte im vergangenen Februar Emad Mughnija getötet, einen Kommandeur der libanesischen Hisbollah-Miliz, der von den USA als gefährlicher Terrorist gesucht worden war. (dpa/AP)