Zwischenfall im Grenzgebiet: 

netzeitung.dePakistaner schießen auf Isaf-Hubschrauber

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Pakistan will selbst für die Sicherheit sorgen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Pakistan will selbst für die Sicherheit sorgen
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit einigen Wochen schon wachsen die Spannungen an der Grenze Pakistans zu Afghanistan. Diesmal ist die Lage kurzzeitig eskaliert. Über die Ursachen machen beide Seiten unterschiedliche Angaben.

An der afghanisch-pakistanischen Grenze ist es am Donnerstag zu einem Feuergefecht zwischen Hubschrauberbesatzungen der internationalen Schutztruppe Isaf und der pakistanischen Armee gekommen. Zum Hergang gaben beide Seiten am Abend allerdings unterschiedliche Versionen ab.

Nach Angaben der pakistanischen Armee eröffneten ihre Soldaten das Feuer, als zwei Hubschrauber der Nato-geführten Isaf die Grenze von Afghanistan nach Pakistan überquerten. Dagegen teilte die Isaf in einer Stellungnahme mit, ihre Hubschrauber seien während eines Routine-Einsatzes nahe der Grenze im afghanischen Distrikt Tanai von einem pakistanischen Kontrollpunkt aus angegriffen worden. «Zu keinem Zeitpunkt sind Isaf-Hubschrauber in den pakistanischen Luftraum eingedrungen», wird in dem Statement betont.

Bemühung um Klärung
Von pakistanischer Seite hieß es dagegen, der Zwischenfall habe sich im Stammesgebiet von Nord-Waziristan ereignet. Die Region gilt als Zufluchtsort für Al-Qaeda Terroristen und Taliban-Extremisten, die von dort Anschläge auf die internationalen Truppen auf der anderen Seite der Grenze in Afghanistan verüben.

«Als die Hubschrauber über unseren Grenzposten hinweg eindeutig in pakistanischen Luftraum vorgedrungen waren, haben unsere Sicherheitskräfte Warnschüsse abgegeben», sagte Armeesprecher Major Murad Khan. «Die Hubschrauber erwiderten das Feuer und flogen zurück.» Die pakistanische Armee und die Isaf bemühten sich gemeinsam um eine Klärung des Vorfalls, hieß es. Laut Isaf gab es weder Verletzte noch Schäden an den Hubschraubern.

Spannungen nehmen zu
Die Spannungen an der pakistanisch-afghanischen Grenze haben in den vergangenen Wochen zugenommen, seit vor allem US-Militärs Angriffe auf mutmaßliche Verstecke von Militanten in den pakistanischen Stammesgebieten fliegen. Die pakistanische Armee pocht darauf, dass nur ihre Soldaten das Recht haben, auf heimischem Boden Sicherheitsaktivitäten zu ergreifen. Erst vor wenigen Tagen wurde im benachbarten Süd-Waziristan eine US-Drohne von pakistanischen Soldaten und Stammeskämpfern abgeschossen, wie Medien unter Berufung auf pakistanische Sicherheitskreise berichteten. (dpa)