Neue Kadima-Chefin Liwni:
«Eine gute Wahl für den Friedensprozess»
19.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Auch der außenpolitische Sprecher der FDP, Werner Hoyer, sieht in Liwni «eine gute Wahl für den Friedensprozess». Sie sei erfahren, durchsetzungsstark und diskret, lobt er im Gespräch mit der Netzeitung. Hoyer zeigte sich erleichtert, dass die politische «Hängepartie» in Israel nun endlich überwunden sei und wieder Bewegung in die Friedensgespräche mit Syrern und Palästinensern komme.
Israel und Syrien, die sich offiziell noch im Kriegszustand befinden, hatten erst vor wenigen Monaten indirekte Friedensverhandlungen aufgenommen. Die fünfte Gesprächsrunde wurde nach dem angekündigten Rücktritt des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert verschoben.
Der hauchdünne Vorsprung mache deutlich, dass Liwni keine besonders große Unterstützung in der Partei genießt, meint Außenexperte Montag. Sie werde sich auf «riesige Kompromisse» einlassen müssen, um eine Regierungskoalition bilden zu können. Das dürfte den Friedensprozess sicherlich erschweren.
Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte die Wahl seiner Amtskollegin: «Sie übernehmen Ihr neues Amt in einer Zeit wichtiger Weichenstellungen für Ihr Land und die Region - einer Zeit, die große Herausforderungen, aber auch Chancen für einen dauerhaften Frieden birgt», schrieb Steinmeier in einem Glückwunschschreiben an Liwni. «Deutschland wird Israel dabei weiter ein verlässlicher Partner sein.»
Positive Reaktionen kamen auch von der Palästinensischen Autonomiebehörde: Liwni sei «tief in den Friedensprozess involviert und wir denken daher, dass sie gemeinsam mit uns weiter nach einer Friedenslösung suchen wird», sagte Abbas-Berater Saeb Erekat. Liwni leitet seit Januar die Verhandlungen mit den Palästinensern. Sie ist für eine Zwei-Staaten-Lösung in Nahost. Von ihrer Vision eines Groß-Israels hat sie sich längst verabschiedet, auch wenn sie noch immer der Ansicht ist, Israel habe Anspruch auf das ganze Land.
Für das Web ediert von Michaela Duhr

