16.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Hamas-Kämpfer im Gazastreifen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Diesmal kämpfen nicht Hamas und Fatah gegeneinander, diesmal geht es um eine Fehde zwischen der Hamas und Mitgliedern des Familienclans Dugmusch. Bei den Auseinandersetzungen gab es mehrere Tote.
Bei einem neuen Ausbruch der Gewalt in Gaza zwischen der Polizeimiliz der radikalislamischen Hamas und Mitgliedern eines Familienclans sind mindestens elf Palästinenser getötet worden. Knapp 50 Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Unter den Toten seien ein Hamas-Polizist und neun Mitglieder des einflussreichen Dugmusch-Clans, hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme des von Hamas kontrollierten Innenministeriums. Auch ein Kleinkind sei ums Leben gekommen.
Es war der schwerste Ausbruch der Gewalt im Gazastreifen seit mehr als einem Monat. Die Konfrontationen begannen schon am Montag, nachdem ein Clanmitglied einen Hamas-Polizisten getötet und einen anderen verletzt hatte, als diese versuchten, ihn nahe eines Marktes in der Stadt festzunehmen. Der Täter konnte entkommen und sich in dem von seiner Familie kontrollierten Al-Sabra-Viertel verstecken.
Später umstellten Hamas-Kräfte die Wohngegend, es kam zu heftigen Gefechten. Beide Seiten hätten Panzerfäuste und Maschinengewehre eingesetzt, berichteten Augenzeugen. In der Stellungnahme hieß es, die Polizeikräfte hätten drei «gesuchte Kriminelle» getötet, die sich einem Festnahmeversuch widersetzt hätten.
Trotz ideologischer Nähe bekämpfen sich Hams und DugmuschDie Dugmusch-Familie hat im vergangenen Jahr mehrere Ausländer entführt, darunter den BBC-Reporter Alan Johnston. Sie gründete auch die sogenannte Armee des Islam nach dem Vorbild des Terrornetzwerks Al Qaeda. Gemeinsam mit Hamas verschleppte sie vor mehr als zwei Jahren den israelischen Soldaten Gilad Schalit in den Gazastreifen.
Ungeachtet der ideologischen Nähe kam es nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni vergangenen Jahres mehrfach zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen Hamas und der Armee des Islam. Man wolle im Gazastreifen keine Versuche dulden, «Anarchie zu schaffen und die Sicherheit der Bürger zu bedrohen», sagte ein Sprecher der Hamas-Polizeitruppe.
Vor gut sechs Wochen waren bei blutigen Konfrontationen zwischen Hamas-Kräften und dem rivalisierenden Chilles-Clan in Gaza neun Menschen getötet worden. Dutzende von Mitgliedern des Clans, der der Fatah-Bewegung des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas nahe steht, flohen damals über Israel in das Westjordanland. (dpa)