Die beiden Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Armenien fordert, Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anzuerkennen. Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei heftig bestritten. Ein zweiter Streitpunkt ist die von Armenien besetzte Kaukasus-Enklave Berg-Karabach, die völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört.
Von einer Aufnahme diplomatischer Beziehungen sind die beiden Staaten noch ein Stück entfernt. Nach türkischen Berichten sollen nun aber die Konsultationen auf Ebene der Außenminister verstärkt werden. Die von der Türkei vor 15 Jahren aus Protest gegen die Besetzung von Berg-Karabach geschlossene gemeinsame Grenze soll zunächst für humanitäre Lieferung geöffnet werden. Gesprochen wurde auch über eine Kommission, die Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich untersuchen soll. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine solche gemeinsame Kommission vorgeschlagen, Armenien lehnte dies ab.
Die Türkei und Armenien hätten das Spiel als Chance gut genutzt, sagte Gül. Er verlasse das Land optimistisch. «Ich hoffe, mein Besuch ist der Anfang der Lösung unserer Probleme», sagte er. «Ich sehe die Bereitschaft, den Wunsch, für Stabilität in der Region zu sorgen», betonte der armenische Präsident. «Abdullah Gül hat mich zum Rückspiel in die Türkei eingeladen. Ich halte das für einen guten Anfang», sagte Sarkissjan. (Carsten Hoffmann, dpa)