06. Sep 2008 12:38, ergänzt 13:13
Die Mehrheit bei der Wahl fällt deutlich aus: Damit übernimmt Zardari nach unruhigen Zeiten das höchste Staatsamt. Womit er zu kämpfen haben wird, zeigt sich während der Abstimmung im Nordwesten des Landes.
Nach Ende der Auszählung im Parlament von Islamabad sowie den Volksvertretungen in Sindh, Baluchistan und der Nordwest-Grenzprovinz lag Zardari mit 460 Stimmen uneinholbar in Führung. Aus der östlichen Provinz Punjab lagen noch keine Ergebnisse vor. Zardari war Favorit für die Nachfolge von Pervez Musharraf, der vor knapp drei Wochen als Staatsoberhaupt zurückgetreten war. Der Taktiker Zardari hatte nur drei Tage nach dem Tod seiner Frau ihre Partei, die Pakistanische Volkspartei (PPP), übernommen und sich mit seinem Sohn Bilawal Bhutto Zardari ganz in die Tradition der Politiker-Dynastie gestellt. Zu Lebzeiten seiner Frau hatte sich Zardari von der Parteipolitik ferngehalten. Lange zerstreute er Gerüchte, er strebe irgendein Regierungsamt an. Mit seinem politischen Erzrivalen Nawaz Sharif ging Zardari nach den Parlamentswahlen zunächst eine Koalition ein. Doch nach dem Abgang Musharrafs kündigte er die Zusammenarbeit umgehend auf.