Bericht der Washington Post:
«CIA überwachte irakische Regierung»
05.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Woodward, der für die «Washington Post» in der Nixon-Ära den Watergate-Skandal aufgedeckt hatte, sieht den Rückgang der Gewalt im Irak in jüngster Zeit nicht als Resultat der von Bush verfügten Truppenaufstockung. Vielmehr hätten neue Formen verdeckter Einsätze dem US-Militär zu mehr Erfolg verholfen. Auf diese Weise hätten Führer der Al-Qaeda und Schlüsselpersonen extremistischer Gruppen getötet werden können.
In seinem Enthüllungsbuch porträtiert Woodward, der beste Kontakte in Washington hat, eine zutiefst gespaltene US-Regierung, die im Sommer und im Herbst 2006 entweder gar nicht auf die zunehmende Verschlechterung im Irak eingehen wollte oder nur langsam.
Präsident Bush, der von Woodward für das Buch auch interviewt wurde, wird einerseits als zaghaft beschrieben, wenn es darum ging, auf die zunehmende Gewalt im Irak zu reagieren. Wenn Bush aber einmal entschieden habe, dass eine Operation ausgeführt werde, habe er zielgerichtet und bestimmt gehandelt. Woodward kommt zu dem Schluss, dass Bush «selten die Stimme des Realismus im Irak-Krieg gewesen» sei und «zu oft als Führer versagt» habe. (dpa)

