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Presseschau zum Republikaner-Parteitag: 

«Ein Duell zwischen Palin und Obama»

05. Sep 2008 11:49
Rebell, Reformer - Republikaner?
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Die Zeitungen beschäftigen sich vor allem mit der Beziehung McCains zum Washingtoner Establishment. Manche Kommentatoren halten seine Vize für wichtiger als den Kandidaten selbst.

Die beiden amerikanischen Nominierungsparteitage könnten Beobachter fast ein wenig verwirrt zurücklassen, stellt die «New York Times» fest – mit der Frage: Auf welchen der beiden Versammlungen hat sich denn nun die Opposition getroffen? Genau wie Obama hätten McCain und die Republikaner zum Sturz des Establishments aufgerufen - «obwohl seine Partei an der Spitze eben dieses Establishments steht.»

Die Zeitung hält die Ankündigung nicht unbedingt für unglaubwürdig, schließlich stehe McCain tatsächlich nicht für Kontinuität. Das habe die Nominierung seiner Vize-Kandidatin Sarah Palin gezeigt. Trotzdem sieht der Kommentator eine entscheidende Schwierigkeit für die Republikaner: «Es ist einfacher als Opposition anzutreten, wenn man auch tatsächlich die Opposition ist.»

«La Stampa»: Frauen und Afroamerikaner

Die Turiner Zeitung «La Stampa» würdigt noch einmal die Rolle der Vize-Kandidatin. «Sarah Palin, die sich in ihrer Rede selbst mit einem «Pitbull mit Lippenstift» verglichen hatte, hat den Konservativen neuen Schwung verliehen und die Wahlkampagne noch einmal herumgedreht. Auch wenn John McCain der Kandidat der Republikaner ist, so wird die Entscheidung doch vom Duell zwischen ihr und Barack Obama abhängen, zwischen einer weißen Frau aus Alaska und einem Afroamerikaner aus Hawaii.«

McCain wie auch Obamas Vize Joe Biden seien tief in ihrer jeweiligen Partei verwurzelt und seit über 30 Jahren bekannte Gesichter im Establishment von Washington. Obama und Palin seien hingegen Outsider, die von den extremen Grenzen am Pazifik kämen und die jene Kategorien verkörperten – Frauen und Afroamerikaner – die noch nie ins Weiße Haus eingezogen sind.

»Le Monde«: Entscheidung nicht im Zentrum»

Die unabhängige französische Tageszeitung «Le Monde» schreibt über Palin: «In den letzte Monaten hatte man bei McCain gedacht, dass die Wahl sich im Zentrum entscheiden würde. Doch mit seiner Vizekandidatin Sarah Palin will McCain die Rechte um sich sammeln. Er will das Amerika der «wirklichen Menschen» den Eliten von Universitäten wie Harvard entgegensetzen, die angeblich sein demokratischer Gegenspieler Barack Obama verkörpert.«

Aus dem Parteitag zieht »Le Monde« einen anderen Schluss als die »New York Times«: »Man hatte auch gedacht, dass McCain sich von dem sehr unbeliebten George W. Bush unterscheiden und klar absetzen wollte. Doch auf dem Parteitag von Minneapolis wurde die Politik der amtierenden Präsidenten fortgesetzt. McCain scheint der Propaganda Obamas Recht zu geben: sie stellt ihn als Erben von Bush hin.» (nz/dpa)

 
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