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Parteitag der Republikaner: 

Sechs Ratschläge für McCain

04. Sep 2008 18:04
US-Medien erteilen McCain Ratschläge, was er tun muss, um seinen Rivalen Obama auszubooten.
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Wenn sich McCain die zahlreichen Tips von US-Zeitungen zu Herzen nimmt, dürfte bei der Wahl im November nichts mehr schief gehen. «Mach aus 72 die neue 60», ist eine der gut gemeinten Empfehlungen für den 72-Jährigen, wie Michaela Duhr berichtet.


In den US-Medien zerbricht sich so manch einer den Kopf, was der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain alles tun muss, um das Weiße Haus zu erobern. Auch für die mit Spannung erwartete Parteitagsrede an diesem Donnerstag fehlt es nicht an wohlmeinenden Ratschlägen für den 72-Jährigen.

In Anspielung auf die umstrittene republikanische Vize-Kandidatin empfiehlt Tom Brune von der New Yorker Zeitung «Newsday», unbedingt klar zu machen, dass Palins Nominierung keine «launenhafte Anwandlung» war, sondern ein genialer Schachzug von historischem Ausmaß. Schließlich trage McCain dazu bei, die gläserne Decke - sprich die unsichtbare Barriere, die Frauen am beruflichen Aufstieg hindert - zu überwinden. Außerdem müsse der Senator den Delegierten und dem Wahlvolk, markige Sprüche, einprägsame Parolen und unvergessliche Slogans für die nächsten Wochen mit auf den Weg geben.

Weg von US-Präsident Bush

CNN-Autor Alan Silverleib rät dem weißhaarigen Senator, sich der Öffentlichkeit als «Kriegsheld» zu präsentieren. Nur so könne er sich gegen den Versuch der Demokraten wehren, ihn als realitätsfremden Lobbyisten der politischen Elite abzustempeln, der noch nicht einmal weiß, wie viele Häuser er besitzt.

Silverleib und Newsday-Autor Brune sind sich zudem einig, dass sich McCain unbedingt von US-Präsident George W. Bush abgrenzen muss. Schließlich genießt Bush den zweifelhaften Ruf, einer der unpopulärsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu sein. McCain müsse deutlich machen, dass er nicht der «nächste Bush» sein werde. Immerhin glauben laut einer CNN-Umfrage 50 Prozent der US-Wähler, dass sich McCains politische Positionen nur unwesentlich von denen Bushs unterscheiden.

Spiel den Außenseiter

Republikanische Vize-Kandidatin Sarah Palin
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«McCains Chefstrategen dürfen Palins Einführung nicht vermasseln», lautet Silverleibs dritter Ratschlag. Die Nominierung der unerfahrenen und weitgehend unbekannten Gouverneurin aus Alaska sei ein «enormes Risiko», denn damit unterlaufe McCain sein stärkstes Argument gegen Obama: dessen politische Unerfahrenheit. Da pikante Details aus Palins Privat- und Berufsleben seit einigen Tagen die Schlagzeilen bestimmen, kommt diese Empfehlung offensichtlich zu spät.

Auch die konservative Zeitung «USA Today» hat sich Gedanken gemacht: «Spiel den Außenseiter», ist einer der sechs Ratschläge von David Jackson und Richard Wolf. McCain habe sich in den vergangenen Jahren als unabhängiger Politiker profiliert, der sich dem Willen seiner Partei nicht immer unterordnet. Das gefalle auch moderaten Demokraten.

Wenn Obamas Achillesferse der Mangel an außenpolitischer Erfahrung ist, dann ist es bei McCain die Wirtschaft, analysieren Jackson und Wolf. Deshalb ihr Appell: «Stärke deine ökonomische Glaubwürdigkeit». Immerhin gaben 43 Prozent der Wähler laut einer Umfrage von «USA Today» an, dass die wirtschaftliche Kompetenz des Kandidaten ihre Wahl im November beeinflussen wird.

Bloß keine gesundheitlichen Probleme

Und schließlich empfehlen die beiden Autoren mit Blick auf McCains hohes Alter: «Mach aus 72 die neue 60». Der Senator müsse alles vermeiden, was nach Krankheit oder gesundheitlichen Problemen riecht. Trotz Kriegsverletzungen, Hautkrebs, Cholesterin und Allergien, haben ihm Ärzte demnach beste Gesundheit bescheinigt.

In der Tat ist die körperliche und geistige Fitness dank medizinischer Errungenschaften manch eines 70-Jährigen mit der eines 60-Jährigen vergleichbar. Doch um es mit den Worten der früheren israelischen Premierministerin Golda Meir zu sagen: «Es ist zwar keine Schande 70 Jahre alt zu sein, aber es ist auch kein Spaß.»

 
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