03.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Pakistanischer Premierminister Yousaf Raza Gillani
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wenige Tage vor der Wahl eines neuen Präsidenten haben Unbekannte auf den pakistanischen Premierminister Gillani gefeuert. Der 56-jährige Regierungschef blieb unverletzt.
Der pakistanische Premierminister Yousaf Raza Gillani ist am Mittwoch nur knapp einem Anschlag entgangen. In der Garnisonsstadt Rawalpindi, unweit von Islamabad, sei mit Schnellfeuerwaffen auf den Konvoi des Ministerpräsidenten geschossen worden, teilte Gillanis Sprecher Zahid Baschir mit.
«Zwei Kugeln trafen das Fenster des gepanzerten Wagens, in dem der Premierminister unterwegs war», fügte der Sprecher hinzu. Der 56-jährige Regierungschef blieb allerdings unverletzt. Angaben über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.
Gillani ist erst seit März im Amt und gehört der regierenden Pakistanischen Volkspartei PPP der ermordeten früheren Oppositionsführerin Benazir Bhutto an. Die PPP war als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervorgegangen und hatte zusammen mit der Muslimliga PML-N von Ex-Premier Nawaz Sharif eine Regierungskoalition gebildet.
Auf Druck der neuen Regierung war Präsident Pervez Musharraf Ende August wegen der Entlassung von über 60 Richtern im vergangenen Jahr zurückgetreten. Im Streit über die Nachfolge von Musharraf zerbrach wenige Tage später die Regierungskoalition.
An diesem Samstag soll ein neuer Präsident gewählt werden. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Parlament gilt es als sicher, dass der PPP-Vorsitzende und Witwer von Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari, die Wahl gewinnt. (nz)