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Verbindlichkeiten bei Pariser Club: 

Argentinien zahlt Staatsschulden zurück

02. Sep 2008 20:25
Will sich von internationalen Verpflichtungen befreien: Präsidentin Fernández
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Nach einer gewaltigen Finanzkrise im Jahr 2001 konnte das südamerikanische Land seine Schuldner nicht mehr bezahlen. Nun verkündete Argentiniens Präsidentin eine milliardenschwere Kehrtwende.

Argentinien wird seine gesamten Schulden bei den internationalen Gläubigerstaaten des sogenannten Pariser Clubs in Höhe von 6,7 Milliarden Dollar zurückzahlen. Das kündigte Präsidentin Cristina Fernández am Dienstag in Buenos Aires an. Damit zeige das südamerikanische Land, dass es bereit sei, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, begründete Fernández diesen Schritt.

Zuletzt war die Glaubwürdigkeit des argentinischen Schuldendienstes infrage gestellt worden, die Risikoprämien stiegen wieder. Die Schulden sollen aus den gut 47 Milliarden Dollar Fremdwährungsreserven der Zentralbank beglichen werden.

Argentiniens Währungsbindung des Pesos an den Dollar kollabierte 2001, was weltweit zum bislang größten Schuldenausfall führte. 95 Milliarden Dollar Staatsschulden wurden nicht mehr bedient.

Zunächst bei Umschuldung übergangen

Fernandez' Vorgänger und Ehemann Nestor Kirchner erzielte 2005 eine Restrukturierung der Schulden und zahlte ein Jahr später knapp 10 Milliarden Dollar an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurück, nicht aber jene Schulden beim Pariser Club, was international für Empörung sorgte.

Argentiniens Schulden bei Mitgliedsländern des Pariser Clubs sind ungleich verteilt. Die sechs Länder Deutschland, Italien, Japan, die Niederlande, Spanien und die USA halten zusammen 87 Prozent der Forderungen. Die Tilgung der Schulden beim Pariser Club bezeichnete Kirchner als «grundlegenden Schritt bei der Entschuldung» des Landes.

Die ausstehende Einigung mit dem Pariser Club hatte Argentinien gezwungen, sich dringend benötigtes Kapital bei dem linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zu besorgen, der staatliche Wertpapiere kaufte.

Da im kommenden Jahr zahlreiche finanzielle Verpflichtungen Argentiniens fällig werden, braucht das Land dringend Zugang zu günstigen Finanzierungsmöglichkeiten. Aber auch Exporte zum Beispiel aus Deutschland könnten nach der Schuldentilgung wieder durch Hermes-Exportbürgschaften abgesichert werden. (AP/dpa)

 
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