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Presseschau zu Republikanern: 

«John McCain will 'Gustav' nutzen»

01. Sep 2008 11:09
Gibt sich immer noch siegessicher: John McCain
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Der republikanische Prädidenschaftkandidat McCain sorgt für kontroverse Diskussionen: Während seine Vize-Wahl Sarah Palin einstimmig als riskant bewertet wird, beschäftigt sein Krisenmanagement innen- wie außenpolitische Experten.

«La Stampa» (Italien): McCain muss Kompetenz beweisen

John McCain hat die Pläne für den Parteitag geändert. Er will den drohenden Hurrikan «Gustav» nutzen, um den Amerikanern zu zeigen, dass er in der Lage ist, Krisensituationen zu bewältigen. Als die Wettervorhersagen in der Nacht zum Samstag die Möglichkeit eröffnet haben, dass es in der gleichen Region, die Ende August 2005 von «Katrina» zerstört worden war, zu einer Naturkatastrophe kommen könnte, wusste McCain, dass der Parteitag nicht mehr die Party sein konnte, die zuvor geplant war. Die Republikaner befanden sich an einem Scheideweg: Entweder sie lassen sich von Gustav mitreißen - oder aber sie verwalten die Notsituation mit Kompetenz und Entschlossenheit. (...) Statt von der Bühne Reden über die Erfahrung McCains zu hören, werden jetzt die Fakten sprechen.

«De Volkskrant» (Niederlande): Republikaner tun sich schwer

Die Demokraten haben in der zurückliegenden Woche in Denver eine höchst lebendige Show hingelegt, die in der bewegenden Rede von Barack Obama in einem Sportstadion vor mehr als 80.000 Menschen kulminierte. Den Republikanern wird es schwerfallen, das zu übertreffen, zumal sie nicht über rhetorische Kanonen vom Kaliber Obama und Bill Clinton verfügen. Als Redner kann John McCain es mit seinem demokratischen Gegner nicht aufnehmen. Die Grand Old Party muss sich also auf andere Art auszeichnen. Einen Vorschuss darauf hat McCain mit der Wahl von Sarah Palin, der Gouverneurin von Alaska, als Vize-Präsidentschaftskandidatin geleistet. Doch die politischen Beobachter streiten noch, ob die Entscheidung nun ein Meisterstück war oder ein Salto mortale. Dieses Glücksspiel kann auch fürchterlich schiefgehen.

«Der Standard» (Österreich): McCain geht hohes Risiko ein

Mit der Nominierung Sarah Palins als seine Vizepräsidentschaftskandidatin fährt John McCain in vielerlei Hinsicht mit hohem Risiko: Sie relativiert sein bestes Argument gegen Barack Obama, die Erfahrung. Sie wird von vielen Unabhängigen als unwählbare, kryptokonservative Schreckschraube wahrgenommen. Und statt verärgerte Demokratinnen anzusprechen, vergrault sie diese mit ihren Ansichten zum Recht auf Abtreibung eher. Aber, und das ist Palins großer Vorteil, sie versöhnt McCain mit den Evangelikalen, einer republikanischen Kernklientel.

«Information» (Dänemark): Entscheidung für Palin wirkt unseriös

Sollte Sarah Palin enttäuschte weibliche US-Wähler der Demokraten auf die Seite von John McCain ziehen können, würde das ohne Zweifel dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten helfen, der sich in einer fast verzweifelten Lage befindet. Sie zieht die Aufmerksamkeit der Medien an sich, nachdem der demokratische Parteikonvent Barack Obama bei Umfragen ein deutliches Stimmenplus gebracht hat. Palins Geschlecht einschließlich eines einnehmenden Wesen und Aussehens fällt weniger stark ins Gewicht als ihre Verbindungen zur religiösen Rechten in den USA. (...) Vielleicht ist Palin das politische Talent, das es verdient, ins Rampenlicht gesetzt zu werden. Alles in allem aber hat man den Eindruck, dass McCain seine eigenen Interessen über die der Nation setzt. Es wirkt nicht seriös, eine so unerfahrene Politikerin einen einzigen Herzschlag vom Büro des Präsidenten im Weißen Haus zu platzieren.

«The Times» (Großbritannien): Risikofaktor Sarah Palin

John McCain kann jetzt nicht mehr sein wichtigstes Argument gegen Barack Obama einsetzen: dessen Unerfahrenheit. Palin ist eine ehemalige Sportreporterin, die auch als Gouverneurin von Alaska einen Staat geführt hat, der weniger Einwohner hat als die Stadt Leeds. Sollte McCain die Wahl im November gewinnen, würde Palin zweitmächtigste Person in den USA werden. Palins Wahl war ein großes politisches Theater, ist jedoch unverantwortlich. Ob derartige extravagante Tendenzen in eine Zeit schwerer Herausforderungen der westlichen Welt passen, ist völlig unklar.

«Neue Zürcher Zeitung» (Schweiz): Klare Worte gegenüber Russland

Von den beiden US-Präsidentschaftskandidaten hat sich bisher der Republikaner McCain am klarsten zu der neuen russischen Machtpolitik geäussert. Er hat nicht nur den russischen Einmarsch in Georgien verurteilt, sondern auch die Entfernung Moskaus aus der Gruppe der G-8-Staaten verlangt. Es ist jedoch nicht klar, ob es sich dabei um eine spontane Reaktion auf eine Provokation handelt oder ob es das Ergebnis eines strategischen Konzeptes ist. Der demokratische Kandidat Obama hat zwar den russischen Einmarsch in Georgien ebenfalls verdammt, sich aber zu den notwendigen politischen Konsequenzen nur vage geäussert. Dies lässt mit einiger Sicherheit den Schluss zu, dass ein neuer Kurs in den amerikanisch-russischen Beziehungen erst nach Inauguration der nächsten Administration zu erwarten ist. (nz/dpa)

 
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