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McCains Vize-Nominierung: 

Frauenpower könnte gegen Obama helfen

29. Aug 2008 16:47, ergänzt 18:44
Sie wird wohl die Kandidatin gegen Joe Biden: Sarah Palin
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Mit dieser Entscheidung hat McCain alle überrascht: Die 44-jährige Gouverneurin von Alaska wird sein weiblicher «running mate». Die Republikaner jubeln - die Demokraten kontern schon mit ersten Angriffen. Mit Video

Schon ihre Ankunft auf dem Flugplatz von Dayton, Ohio hatte vielen als eindeutiger Beweis gegolten, dass Sarah Palin die Vizepräsidentschaftskandidatin John McCains werden wird. Während die bis dahin oft genannten Kandidaten Mitt Rommney und Tim Pawlenty wissen ließen, dass sie von McCain nicht gefragt worden seien, für den Vize-Posten zur Verfügung zu stehen, gab es von Sarah Palin keinerlei Statement.

Auf der Website changeandexperience.com, die auch die Kandidatur von Joe Biden im Vornherein gemeldet hatte, hieß es, dass Palin wohl mit McCain zusammen bei dessen Verkündung seines Vizepräsidentschaftskandidaten auftreten werde. Und wenig später berichteten amerikanische Fernsehsender wie Fox und CNN, bis schließlich ranghohe Mitarbeiter seines Wahlkampfteams auch gegenüber einer Nachrichtenagentur bestätigten, was McCain dann zuletzt endlich selbst bekannt gab: Sein weiblicher «running mate» wird die Gouverneurin von Alaska.

Später stellt er sie seinen jubelnden Anhängern vor. Sie sei genau die richtige Persönlichkeit, die er und das Land bräuchten, sagte McCain in Dayton (Ohio). Palin sei prinzipientreu, aber zugleich reform- und kompromissbereit. Sie sei hartnäckig, wenn es gelte, Probleme anzugehen, und habe als Gouverneurin Regierungserfahrung gesammelt, sagte McCain unter dem Jubel von Anhängern. Die Vizekandidatin selbst versprach, sie werde ihr Bestes geben, um die Herausforderungen zu meistern: «Ich weiß, dass die Aufgabe mir das Beste abverlangt. Ich verspreche nichts Geringeres.»

Jüngste Gouverneurin Alaskas

Palin steht seit zwei Jahren an der Spitze des nördlichsten Bundesstaates der USA, und ist zugleich die jüngste Gouverneurin Alaskas. Sie ist außerdem die erste Frau, die dieses Amt dort ausübt. Mit Zustimmungswerten von mehr als 80 Prozent liegt sie bei den Einwohnern auf der Beliebtheitsskala ganz oben.

Die Mutter von fünf Kindern gilt als stramm konservativ, ist entschiedene Abtreibungsgegnerin und auf Lebenszeit Mitglied der Waffenlobby NRA, was bei der republikanischen Basis gut ankommt. Zugleich genießt sie einen Ruf als Reformerin und entschiedene Kämpferin gegen Korruption.

«Sie sieht großartig aus und ist höllisch schlau»

Als zupackend gilt Sarah Palin auch: Ihren Spitznamen «Sarah Barracuda», den sie wegen ihrer aggressiven Spielweise im Basketball-Team an der Highschool bekam, benutzen politische Gegner noch heute. Sie geht in der Wildnis ihres Bundesstaates jagen, auch Elche, fischt und läuft Langstrecken-Rennen. Mitte der 80er Jahre gewann Palin einen Schönheitswettbewerb. «Sie sieht immer noch großartig aus», schrieb unlängst die renommierte Polit-Webseite realclearpolitics.com. «Und höllisch schlau ist sie auch.»

Die Entscheidung McCains für Palin ist ein Überraschungscoup. Den meisten Amerikanern ist sie unbekannt. Als junge Frau an der Seite des älteren, erfahrenen John McCain hat sie ähnliche Wirkung wie der ältere Joe Biden an der Seite des jungen Barack Obama. Sie ist ein Gegengewicht. Weil sie als Reformerin gilt, könnte sie den Vorwurf entkräften, McCain stehe für eine Fortsetzung der Bush-Politik. Außerdem ist sie 1964 geboren und damit noch drei Jahre jünger als Obama. Dass sie eine Frau ist könnte sich ebenfalls als Vorteil erweisen, wenn enttäuschte Anhänger Hillary Clintons deswegen ins McCain-Lager überlaufen, mutmaßt das US-Magazin «Politico».

Probleme für Palin

Ihr Alter mag zwar das McCain-Team verjüngen, birgt zudem aber Risiken. Da sie erst seit zwei Jahren in Amt und Würden ist, gilt sie vielfach als noch zu unerfahren. Genau diesen Vorwurf bekam sie von Obamas Sprecher Bill Burton dann auch sofort zu hören: «John McCain hat heute die frühere Bürgermeisterin eines 9000-Einwohner-Ortes ohne jede außenpolitische Erfahrung nur einen Herzschlag von der Präsidentschaft entfernt platziert». Er spielte damit darauf an, dass dem 72 Jahre alten McCain leicht etwas zustoßen könnte. Die Republikaner allerdings machen Obama ironischerweise genau denselben Vorwurf: Es mangele ihm an Erfahrung.

Allerdings könnte auch die langjährige politische Beziehung zu Alaskas republikanischem Senator Ted Stevens Palin gefährlich werden. Stevens wird der Korruption beschuldigt.

Commercial für Sarah Palin als Vize-Präsidentschaftskandidatin auf YouTube:

 
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