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Bundeswehr in Afghanistan: 

Zivilisten sterben bei Einsatz mit deutschen Soldaten

29. Aug 2008 12:17, ergänzt 14:51
Deutsche Soldaten in Afghanistan
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In Afghanistan ist es zu einem Zwischenfall mit deutschen Soldaten gekommen. Die Mitglieder der Isaf-Schutztruppe haben auf ein verdächtiges Fahrzeug geschossen. Dabei sollen eine Frau und zwei Kinder getötet worden sein.


Bei einem Zwischenfall mit deutschen Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf sind drei Zivilisten getötet worden. Berichte, wonach es sich bei den Toten um eine Frau und zwei Kinder handeln soll, bestätigte das Verteidigungsministerium am Freitag in Berlin nicht. Der Vorfall werde derzeit noch untersucht, erklärte ein Sprecher am Nachmittag. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben.

Nach Angaben des Ministeriums waren am Donnerstagabend zwei zivile Fahrzeuge südöstlich des Bundeswehrstützpunktes Kundus auf einen Kontrollpunkt zugefahren, der von der afghanischen Polizei und deutschen Isaf-Soldaten gemeinsam eingerichtet wurde. «Trotz eindeutiger Kennzeichnung und trotz eindeutiger Zeichen der eingesetzten Kräfte setzten die Fahrzeuge ihre Fahrt auf den Checkpoint fort», heißt es in der offiziellen Erklärung.

Daraufhin sei geschossen worden. Ministeriumssprecher Thomas Raabe sagte, es habe drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Nach unbestätigten Medienberichten sollen eine Frau und zwei Kinder getötet sowie weitere vier Kinder verletzt worden seien. Auf die Frage, ob deutsche Soldaten Schüsse abgegeben hätten, sagte Sprecher Raabe, das werde noch untersucht. Raabe betonte, nach dem Tod eines Bundeswehrsoldaten, der am Mittwoch in eine Sprengfalle gefahren war, sei die Lage rund um Kundus angespannt. Es gebe immer wieder Warnungen vor mit Sprengstoff beladenen Autos. Im Norden des Landes habe es in diesem Jahr 25 Zwischenfälle, meist im Raum Kundus, gegeben.

Trauerfeier in Saarbrücken für Hauptfeldwebel

Der beim Anschlag getötete Soldat soll am Samstag nach Deutschland überführt werden. Am Montag wird dann die Trauerfeier in Saarbrücken stattfinden. Der 29 Jahre alte Hauptfeldwebel war Angehöriger des in Zweibrücken stationierten Fallschirmjägerbataillons 263. An der Feier werden auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, teilnehmen.

Die «Rheinische Post» berichtete, der bei einer Patrouille getötete Fallschirmjäger sei in einem nur leicht gepanzerten Geländewagen mit der niedrigsten Schutzstufe unterwegs gewesen. Bei dem in die Luft gesprengten Fahrzeug handele es sich um einen Geländewagen vom älteren Typ «Wolf», der nur gegen Gewehrbeschuss, nicht aber gegen Sprengfallen geschützt gewesen sei. Das ebenfalls in Afghanistan genutzte moderne Transportfahrzeugs «Dingo», das speziell zum Schutz vor Minen gebaut wurde, könne die starken Steigungen, engen Straßen und Furten im Raum Kundus nicht bewältigen.

Bei der Bundeswehr noch mehr Bewerber als Posten

Ministeriumssprecher Raabe nannte Berichte falsch, wonach es wegen der riskanten Auslandseinsätze 60 Prozent weniger Bewerber bei der Bundeswehr gebe. Noch immer habe man mehr Interessenten als Posten, sagte Raabe. Bei den Offizieren betrage das Verhältnis sechs zu eins. Richtig sei aber, dass die Zahl der Bewerber sinke, sobald die Arbeitslosenzahl abnehme. Deshalb versuche die Bundeswehr, attraktivere Laufbahnen zum Beispiel für Piloten anzubieten.

Die Linkspartei warf der Bundesregierung vor, in Afghanistan in jeder Hinsicht zu versagen. «Sie verstrickt die Bundeswehr immer tiefer in einen Krieg, bei dem völkerrechtswidrig immer mehr Zivilisten getötet werden», kritisierte der Verteidigungsexperte Paul Schäfer. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass auch Deutsche daran beteiligt seien. (AP)

 
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