29.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Obama hat deutsche Politiker überzeugt
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Obama hat seine Zuhörer auf dem Parteitag der Demokraten begeistert. Auch deutsche Politiker kommen ins Schwärmen. Sie wüssten jetzt, wohin die Reise mit Obama gehe. Grünen-Fraktionschefin Künast sah sogar grüne Positionen vertreten.
Deutsche Politiker unterschiedlicher Parteien haben sich beeindruckt von der ersten Rede Barack Obamas als offizieller Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten gezeigt. Der Regierungskoordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, sagte am Freitag: «Es war eine klasse Rede.»
Sie sei besonders im innenpolitischen Teil stark gewesen. Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer meinte anerkennend, die Kampagne Obamas setze neue Maßstäbe. Voigt erklärte im ZDF-Morgenmagazin: «Ich fand ihn besonders stark, als er Amerika nicht als militärische Macht darstellte, sondern als Idee und Versprechen - nicht nur für die amerikanischen Bürger, sondern für die ganze Welt.»
Mit seinen innenpolitischen Versprechen begegne Obama sehr gut den dramatischen sozialen Gegensätzen der Vereinigten Staaten. Insbesondere seine Herkunft und Lebensgeschichte überzeuge die Menschen. Den Vorwurf, Obama konfrontiere seine politischen Gegner nicht ausreichend, teilte der Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit nicht: «In dieser Rede war er hart genug», sagte Voigt. Auch gegenüber seinem Kontrahenten John McCain von den Republikanern sei Obama «handkantig genug» gewesen. Er habe McCain als Soldaten und Veteranen gewürdigt, danach habe er jedoch harte Kritik geübt.
Offener CharakterBütikofer lobte an der Grundsatzrede den offensiven Charakter und die außen- und sicherheitspolitischen Einlassungen. «Obama versteht nicht nur, wo bei den Amerikanern innenpolitisch der Schuh drückt, sondern er versteht auch das Land nach außen gut zu vertreten», sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Für Europa sei dieser Parteitag eine gute Gelegenheit zu hören, «wohin die Reise geht».
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast erhofft sich von Obama, dass die Außenpolitik «endlich wieder durch Kooperation und gegenseitigen Respekt bestimmt sein wird». Künast erklärte, in seiner Rede habe Obama der Politik von US-Präsident George W. Bush ein Ende gesetzt. «Er hat auch klar gemacht, was er will: In zehn Jahren sollen die USA vom Öl aus dem Nahen Osten unabhängig werden - ein wahrer grüner Appell.
Sicher geeignet, Präsident zu seinMit Obama steigt die Chance auf weltweiten Klimaschutz, deshalb schauen so viele auf die USA.» Der FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff sagte im Südwestrundfunk: «Ich habe die Rede eines Mannes gehört, der sicher geeignet ist, Präsident zu werden.» In seiner Rede habe Obama vor allem mit innenpolitischen Aspekten gepunktet.
Er sei nicht im Visionären verharrt, sondern habe sehr spezifische Forderungen aufgestellt. Den Demokraten sei es auf dem Parteitag in Denver gelungen, die Einigkeit nach dem harten Vorwahlkampf zwischen Obama und der Senatorin Hillary Clinton wiederherzustellen, meinte Lambsdorff. (AP)