McCains Vize-Nominierung:
Warten auf den zweiten Zweiten
28. Aug 2008 19:26, ergänzt 19:27
 |  Der Vorwahlgegner könnte zum Wahlpartner werden: McCain und Romney | Foto: dpa |
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Obamas designierter Vize Joe Biden beißt bereits aggressiv nach dem Gegner. Bald wird auch McCain seinen Stellvertreter-Kandidaten präsentieren. Vielleicht entscheidet die Abtreibungsfrage.
Drei Tage vor dem Parteitag der US-Republikaner in Minneapolis-St. Paul (Minnesota) will Präsidentschaftsbewerber John McCain den Namen seines Vizekandidaten enthüllen. Er habe sich für seine Nummer Zwei entschieden und plane einen ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt an diesem Freitag in Dayton (Ohio), berichteten US-Medien am Donnerstag unter Berufung auf republikanische Kreise. Der Freitag ist zugleich McCains 72. Geburtstag.
Der Parteitag, auf dem McCain offiziell zum Spitzenkandidaten gekürt werden soll, wird am Montag eröffnet und dauert vier Tage. Bereits am ersten Tag wird US-Präsident George W. Bush zu den 2380 Delegierten sprechen.
Wie vor der Ernennung von US-Senator Joe Biden als Vize von Präsidentschaftskandidat Barack Obama wird auch seit Wochen über McCains Entscheidung spekuliert. Am häufigsten wurde in den Medien Mitt Romney (61) als Anwärter genannt, der Ex-Gouverneur von Massachusetts und erbitterte Gegner McCains im Vorwahlkampf. Als erfolgreicher Geschäftsmann könnte er Schwächen McCains auf dem Gebiet der Wirtschaft ausgleichen, argumentieren Experten.
Abtreibungsgegner für konservative Hardliner
Romney ist außerdem ein Abtreibungsgegner. Der «Washington Post» zufolge hat eine jüngste Umfrage ergeben, dass 20 Prozent von McCains Anhängern ihre Entscheidung überdenken könnten, sollte sich der Senator aus Arizona für einen Abtreibungsbefürworter als Vize entscheiden. McCain selbst hat dies nicht ausgeschlossen. Damit gelten auch der unabhängige Senator Joseph Lieberman (66), ein enger persönlicher Freund McCains, und der ehemalige Heimatschutzminister Tom Ridge (63) weiterhin als mögliche Kandidaten. In US-Medien hieß es, McCain würde am liebsten Lieberman wählen, werde sich aber wahrscheinlich dem Druck der religiösen Rechten beugen müssen, die für den Fall einer Entscheidung zugunsten des einstigen Vizekandidaten des Demokraten Al Gore mit einem Aufruhr auf dem Parteitag gedroht hat.
Texanische Senatorin als Überraschungskandidatin
Als aussichtsreich gilt neben Romney insbesondere der jugendlich wirkende Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty (47), der angesichts von McCains Alter dem Kandidatengespann Frische verleihen könnte. Er ist sowohl beim konservativen als auch beim moderaten Parteiflügel angesehen. Zu den weiteren möglichen Anwärtern zählen der frühere Abgeordnete und Haushaltsexperte Rob Portman (52) und Louisianas junger Gouverneur Bobby Jindal (37), ein aufsteigender Stern am republikanischen Himmel. Als mögliche «Überraschungskandidaten» nannten US-Medien am Donnerstag zudem die texanische Senatorin Kay Bailey Hutchison (65) und den Gouverneur von Florida, Charlie Crist (52). (dpa)