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Angst der Demokraten: 

Barack darf nicht zur Britney werden

27. Aug 2008 19:31
Ein Popstar ist noch kein Präsident...
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Er wird bei seinem Parteitagsauftritt wie ein Popstar gefeiert werden. Die Wahlchancen Obamas beim einfachen US-Bürger dürfte das allerdings nicht steigern. Eher im Gegenteil. Parteistrategen machen sich deshalb Sorgen.

Bei den US-Demokraten wachsen Zweifel an der selbst gewählten Parteitags-Dramaturgie: Am Donnerstagabend will Barack Obama vor mehr als 75 000 Menschen im Football-Stadion von Denver offiziell seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten annehmen. Auf den Tag genau 45 Jahre nach der visionären Rede Martin Luther Kings («Ich habe einen Traum...») über die Rassengrenzen in Amerika soll spektakulär der erste Schwarze gefeiert werden, der an der Spitze der Demokraten um den Einzug ins Weiße Haus kämpft.

Aber inzwischen fürchten in der Partei viele den symbolträchtigen Auftritt des charismatischen Obamas vor jubelnden Massen. «Er darf nur nicht das Rockstar-Image bestätigen», meint seufzend der Rechtsanwalt und Parteitags-Delegierte Jon Laria aus Baltimore. Denn bei den einfachen Amerikanern käme das womöglich «gar nicht gut an».

Schließlich haben die Republikaner in den vergangenen Wochen nicht ganz ohne Erfolg Obama als Prominenten ohne Substanz in eine Reihe mit Pop-Stars wir Britney Spears und Paris Hilton gestellt und sich über die Superstar-Aura des Demokraten lustig gemacht. «Er ist der berühmteste Prominente der Welt, aber kann er auch ein Land führen?», hieß es in einem TV-Clip des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain.

Der Draht zum verunsicherten Wähler

Obama hat die Gefahr offensichtlich erkannt. «Ich ziele nicht auf eine großartige Rhetorik», zitiert ihn die «USA Today». Der Senator scheint sichtlich nicht ohne Angst vor der eigenen rhetorischen Brillanz zu sein, die vielleicht ein Stadion mitreißen, dem einfachen US-Bürger aber suspekt erscheinen könnte. Zwar werde er auch Bezug zum symbolträchtigen Datum, der Martin-Luther-King-Rede, nehmen. Aber vor allem wolle er zeigen, «wie ich den Familien der Mittelklasse helfen kann». Zudem sollen die Menschen wissen, «was für ein Mann ich wirklich bin».

Obama weiß, dass viele Amerikaner laut Umfragen noch unsicher über seine Person und seine politischen Ziele sind. «Moderne Parteitage sind meist ein politischer Zirkus, aber für Obama stellt sich die Frage, ob Theater und Dramatik sein wichtigstes Anliegen überschatten: den Bezug herzustellen zu den wirtschaftlich verunsicherten Wählern und sie von konkreten und erreichbaren Zielen zu überzeugen», schrieb die «New York Times» am Mittwoch. Die von den Wahlkampfmanagern nur begrenzt kontrollierbare Veranstaltung im Football-Stadion birgt viele Tücken für Obama - die gefährlichste wäre, wenn das Ganze wirklich wie ein Popkonzert wirkt. (Laszlo Trankovits, dpa)

 
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