Obama hat die Gefahr offensichtlich erkannt. «Ich ziele nicht auf eine großartige Rhetorik», zitiert ihn die «USA Today». Der Senator scheint sichtlich nicht ohne Angst vor der eigenen rhetorischen Brillanz zu sein, die vielleicht ein Stadion mitreißen, dem einfachen US-Bürger aber suspekt erscheinen könnte. Zwar werde er auch Bezug zum symbolträchtigen Datum, der Martin-Luther-King-Rede, nehmen. Aber vor allem wolle er zeigen, «wie ich den Familien der Mittelklasse helfen kann». Zudem sollen die Menschen wissen, «was für ein Mann ich wirklich bin».Obama weiß, dass viele Amerikaner laut Umfragen noch unsicher über seine Person und seine politischen Ziele sind. «Moderne Parteitage sind meist ein politischer Zirkus, aber für Obama stellt sich die Frage, ob Theater und Dramatik sein wichtigstes Anliegen überschatten: den Bezug herzustellen zu den wirtschaftlich verunsicherten Wählern und sie von konkreten und erreichbaren Zielen zu überzeugen», schrieb die «New York Times» am Mittwoch. Die von den Wahlkampfmanagern nur begrenzt kontrollierbare Veranstaltung im Football-Stadion birgt viele Tücken für Obama - die gefährlichste wäre, wenn das Ganze wirklich wie ein Popkonzert wirkt. (Laszlo Trankovits, dpa)